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Naturholz : Kulturholz - Holz und sein geheimnisvoller Nimbus

In einer 2006 erschienenen Publikation ließ sich der österreichische Architekt Volker Giencke zu der Äußerung hinreißen: »Holz ist ein göttlicher Baustoff. Gleichsam vom Himmel gefallen, wächst er auf dieser Welt vom 80. Breitengrad Nord bis zum 60. Breitengrad Süd.« Giencke ist nicht der Einzige, der im Holz eine göttliche Gegenwart zu spüren glaubt. Vom amerikanischen Dichter Joyce Kilmer stammt das berühmte Zugeständnis »Gedichte schreiben Narren wie ich/ Nur Gott kann erschaffen einen Baum für dich.« Warum nur Gott einen Baum erschaffen kann, liegt laut Woody Allen daran, dass es so schwierig ist, herauszukriegen, wie man die Rinde am Stamm befestigen soll. Der italienische Künstler Giuseppe Penone ist einer der wenigen Menschen, die versucht haben, die Rinde mit dem Stamm zu verbinden. Aber es gibt auch konventionellere Lösungen, Bäume mit so etwas wie künstlicher Rinde zu schützen: Kulturholz als Deckschicht über Naturholz. Ein Echo auf diese Technik kann man bei Alvar Aalto feststellen, der – in einem für ihn typischen Kunstgriff – seine Betonpfeiler öfters mit vertikalen gerundeten Keramiklisenen überzog, im Versuch dem Gebäudeinneren etwas von den räumlichen Qualitäten des finnischen Waldes zu vermitteln.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 11/2008

Bauen mit Holz

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