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Foto: Adrien Buchet

Nebel aus Glas: Neuer Firmensitz für SPG in Genf

Hinter dem Kürzel SPG verbirgt sich die Société Privée de Gérance, eine Schweizer Immobilienfirma mit Sitz in Genf. Umso weniger überraschend ist der Wunsch nach einem Firmensitz, der einerseits durch außergewöhnliches Design auffällt und andererseits hochwertige Arbeitsplätze bietet.

Die acht Geschosse des Bürogebäudes lassen sich von außen nicht ablesen. Vielmehr scheint ein Schleier die Sicht auf den Baukörper zu verhängen. Ein dicker Nebel liegt zwischen Außen und Innen. Er deutet die Transparenz des Baumaterials an und spiegelt die Farben der Umgebung wieder.

Transparente Hülle aus bedruckten Glaspaneelen
Was wie eine dichte, dicke Schicht scheint, sind als Brise Soleil angebrachte Glasfinnen. In unregelmäßigen Abständen sind sie vor die vollverglaste Fassade gehängt. Eine Stahlstruktur aus horizontalen Bändern und daran fixierten Fassungen für jede Finne rhythmisiert das Gesamtbild. Mal entspricht der Abstand der Bänder einer Geschosshöhe, mal ist er geringer. Die Glaspaneele wurden in drei Dimensionen hergestellt. Ihre Tiefe variiert zwischen 20, 40 und 60 cm und auch die Abstände zwischen ihnen sind nicht einheitlich. Zudem wurde das Glas mittels Siebdruck mit einem Muster bedruckt. Die Summe all dieser Entscheidungen ergibt das Verschwimmen der Gebäudekonturen hinter einer flimmernden, transparenten Hülle.

Hohe Energieeffizienz
Der Architekt Giovanni Vaccarini betont, dass im Vordergrund der Baumaßnahmen die Verbesserung der Arbeitsplätze, besonders deren Sonnenschutz, stand. Da der Firmensitz von SPG am Rand der Altstadt von Genf liegt, sollte das Gebäude trotzdem eine gewisse Durchlässigkeit suggerieren. Die Glasfassade aus vier einzelnen Glasschichten verband all diese Anforderungen und trägt außerdem maßgeblich zur hohen Energieeffizienz bei. Der Aufbau beginnt innen mit einer Dreifach-Isolierverglasung. Zwischen dieser und der vierten Glasscheibe liegt eine Luftschicht, in der fein perforierte Jalousien geführt werden. Insgesamt wurden dem Gebäude 100 Tonnen Glas hinzugefügt, jedoch ist die sichtbare Lastabtragung so gering wie möglich gehalten. Lediglich die oben erwähnte Stahlstruktur verleiht der Fassade optisch Gewicht und Definition.

Der letzte Clou des Bauwerkes ist seine Wandelbarkeit mit der Zeit. Die Sonne überfliegt am Tag die Fassade und lässt ihre Erscheinung variieren. Bei Nacht wird der Brise Soleil mit Hilfe von weißen LEDs selbst zur Leuchte und das schimmernde Gebäude tritt dann erneut in den Dialog mit seiner urbanen Umgebung.

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