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The Young Old House, Lys Villalba, Enrique Espinosa,

Neu eingekleidet: Lys Villalba und Enrique Espinosa entwerfen The Young Old House

Ein bisschen erinnert der zweigeschossige Bau mit flachem Satteldach an ein Lebkuchenhaus aus einem Märchen. Denn der Entwurf von Lys Villalba und Enrique Espinosa ergänzt die ursprüngliche Struktur aus lokal vorkommendem  Stein, wiederverwendeten Bahnschwellen und Holz zu einer freundlichen, nachhaltigen Collage aus liebevollen Details. Den Umbau der bisher ungedämmten, introvertierten Hütte staffeln sie dabei in zwei Stufen. Bereits umgesetzt ist die Erweiterung um drei zusätzliche Volumina mit mintfarbener Keramikfliesenverkleidung, die unter das ebenfalls erneuerte Dach geschoben wurden. Sie bilden im Süden den vergrößerten Wohn-, Ess- und Kochbereich, im Osten das Schlaf- und Badezimmer der vier Töchter sowie westlich einen kleinen Heizraum.

Die großzügige Öffnung der Südfassade wurde durch einen dreieckigen Stahlunterzug mit Zugseil auf seitlichen Stahlstützen möglich. Der Übergang von Innen nach Außen wird durch die neue Fensterfront fließend und der hohe Wohnraum wunderbar hell. Von einer durchlaufenden Bank am Fenster hat man Blick auf die Weide und das umliegende Guadarrama-Gebirge. Eine versteckte seitliche Tür bildet das physische Pendant dieser Verbindung.

Der nördliche Teil des Wochenendhauses, in dem Eingang, Elternschlafzimmer und -bad liegen, ist beinahe unangetastet. Dagegen schmiegt sich das neue Kinderzimmer bis unter den Dachrand im Westen, wo einst der Schuppen stand. Effizient dient hier Stauraum gleichzeitig als Sitzgelegenheit bzw. tagsüber als Versteck für die ausziehbaren Betten. Die Farbpallette ist dezent in sanften Rosa- und Erdtönen gehalten.

Im Kontrast dazu dominieren intensives Gelb und Türkis im Wohnraum sowie Signalrot an Fensterläden und Türen. Diese Farbakzente sind die einzige Verkleidung, die das ansonsten rohe Holz des Dachstuhls und die rauen Ziegelwände veredeln. Daneben ist das Materialkonzept von Lys Villalba und Enrique Espinosa nicht nur ästhetisch, sondern auch nachhaltig: Alte Textilien, ob Holz oder Stein, wurden nach dem Abbruch aufbereitet und einer neuen Funktion zugeführt. So entstand beispielsweise das Mobiliar aus Teilen des früheren Daches.

Die zweite Renovierungsphase diesen Sommer sieht vor, Holz- und Steinverkleidungen von den alten Grundmauern zu entfernen. Diese erhalten dann die nötige Isolierung, um sie anschließend mit den aufbereiteten Materialien nach neuem Muster wieder aufzubauen. So entsteht konstruktiv wie konzeptionell Schicht für Schicht eine Verbindung aus Natur und Metall, aus Stadt und Land, aus Neu und Alt.

Weitere Informationen:

Technische Beratung: VIAN Estudio (Jorge López)
Mitarbeiter: Maria Paola Marciano
Tragwerksplanung: Mecanismo

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