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Neubau des Bosch-Entwicklungszentrums in Abstatt

Liapor, Bosch-Entwicklungszentrum, Abstatt

Die Robert Bosch GmbH zählt mit weltweit mehr als 280000 Mitarbeitern und knapp 260 Standorten in über 50 Ländern zu den größten Unternehmen in Deutschland. Neben der Herstellung von Elektro- und Haushaltsgeräten gehört die Produktion von Bauteilen für die Automobilindustrie zum Kerngeschäft. Die Erforschung und Entwicklung neuer Produkte und Leistungen erfolgt unter anderem im Entwicklungszentrum Abstatt bei Heilbronn. Zurzeit wird das Entwicklungszentrum weiter ausgebaut. Auf rund 31000 m2 entsteht ein neues, fünftes Gebäude, das auf sechs Stockwerken neben Werkstatt- und Laborflächen unter anderem auch Büroräume bieten wird.

Der Startschuss für das Großprojekt fiel im Juli 2008. Als Erstes wurde die Baugrube für das Gebäude mit einer Grundfläche von 180 - 24 m ausgehoben. Die äußere Einfassung bilden bis zu 20 m tiefe Betonpfähle mit einem Durchmesser von jeweils 40 cm. Im Anschluss erfolgten die Fundamentlegung und die Errichtung der unteren Geschossebene. Der Abstand zwischen den Betonpfählen und der Gebäudewand betrug dabei einen knappen Meter. Eine Verfüllung mit Kies oder Erdreich war hierbei nicht geeignet, deshalb entschied man sich für Liapor-Blähton, das als leichtes und dränagefähiges Granulat alle notwendigen bautechnischen Anforderungen erfüllt.

Liapor-Blähtonkörnungen verteilen als selbstverdichtendes Füllmaterial die wirkenden Kräfte gleichmäßig und vermindern gegenüber herkömmlichen Untergründen den Erddruck um den Faktor 2 bis 3. Diese Entlastung resultiert aus der geringen Trockenschüttdichte von rund 350 kg/m3 und der relativ hohen Festigkeit der Blähtonkörnung mit ihrer gleichmäßigen, feinen Porenstruktur. 1 m3 Liapor füllt dauerhaft einen Hohlraum von genau 1 m3 aus. Blähtonkugeln sind durch die sie umgebende, schützende Klinkerhaut mechanisch sowie chemisch beständig, unverrottbar, nicht grundwassergefährdend, wärmedämmend und frostsicher. Ebenso ist der Blähton feuchteregulierend, da er Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann, ohne dass es zu Setzungen oder Quellungen kommt. Gleichzeitig übernehmen die Blähtonkörnungen die Funktion einer Dränage, die anfallendes Wasser sicher und rückstandsfrei ableitet und Feuchteschäden verhindert.

Neben den bauphysikalischen Eigenschaften bieten die Blähtonkörnungen als Gebäude- oder Baugrubenhinterfüllung auch unter wirtschaftliche Vorteile: als Schüttgut lässt sich die Körnung schnell per Silozug anliefern und direkt in die Grube einblasen, wobei Distanzen von über 200 m überwunden werden können. In der Baugrube erreicht das Schüttgut als selbstverdichtendes Material ganz von allein die optimale Schüttungsdichte. Damit erübrigen sich weitere Arbeitsschritte wie das lagenweise maschinelle Verdichten, wie sie bei der Verwendung anderer Füllstoffe – zum Beispiel Kies – notwendig wären. Für die Hinterfüllung des neuen Bosch-Entwicklungszentrums in Abstatt kamen insgesamt rund 1700 m3 Blähton der Körnung 4–8 mm zum Einsatz. Die Ladungen wurden dabei per -Silozug direkt vom Liapor-Werk in Tuningen auf die Baustelle geliefert. Sobald ein neues Stockwerk des Zentrums erstellt war, erfolgte anschließend das Verfüllen des Zwischenraums durch Einblasen der Körnung.

Als Schutz vor dem Eindringen von Partikeln wurde noch ein Vlies zwischen Liapor-Körper und Gebäuderückwand eingebracht, die ihrerseits mit einem zusätzlichen Schutzanstrich versehen wurde. Für rückstandsfreien Wasserablauf sorgt eine Flächendränage unter der Schüttung, die anfallendes Wasser unter das Gebäudefundament zur Versickerung führt.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 11/2009

Umnutzung, Ergänzung, Sanierung

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