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Neubau des »NÖ Landesmuseums« in St. Pölten

Das neue »NÖ Landesmuseum« soll dem Besucher die Geschichte Niederösterreichs näherbringen. Das Gebäude befasst sich sowohl inhaltlich als auch räumlich mit dem Thema Kunst und Natur. Dem Architekten Hans Hollein ist es gelungen, unterschiedliche Wissensgebiete spannend und informativ miteinander zu vernetzen. Das Leitthema Wasser zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Museum und reicht von der hochalpinen Gletscherregion bis zur Donau, vom Wetterphänomen bis zur Ökologie. Riesige Aquarien vermitteln die Bedeutung des Wassers als Lebensraum unterschiedlicher Tierarten. Anhand regionaler Gegebenheiten werden komplexe naturwissenschaftliche Grundaussagen anschaulich gemacht. In der Kunstsammlung erstreckt sich das Spektrum an Meisterwerken vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Im ersten Museums-3-D-Kino Österreichs werden die Geschichte des Landes Niederösterreich und seine Lebensräume multimedial unter verschiedenen Aspekten dargestellt.

Rheinzink, NÖ Landesmuseum, St. Pölten, Spenglerei Pasteiner, Klöber

Für das Bauwerk wurde der Werkstoff Rheinzink gewählt. Das hochwertige, langlebige, umweltverträgliche Bauprodukt zeichnet sich durch optimale Verarbeitungseigenschaften aus. Im Zuge der Spenglerarbeiten am Landesmuseum musste für die Fassadenentwässerung des südlich gelegenen Turms eine Sonderlösung gefertigt werden. Besonders ist bei diesem Turm auch, dass die Außenwände anstelle herkömmlicher Fensteröffnungen von schräg verlaufenden, verglasten Lichtschlitzen durchbrochen sind. Der markante Entwurf der drei gestaffelten Vierteltonnen ist ein Wechselspiel zwischen Glas und und dem Baustoff Rheinzink. Die gestaffelten Vierteltonnen überwölben einen vier Geschosse hohen Raum und bieten ein großzügiges Raumangebot für den Naturbereich des Museums. Bei der Gestaltung dieser Dachlandschaft wurde besonderes Augenmerk auf die Symmetrie und die fließenden Linien gelegt. Die waagerechten Fugen der Gläser bzw. Fälze verlaufen durchgehend über die gesamte Gebäudelänge.

Die spenglertechnische Umsetzung der Winkelstehfälze im vertikalen Bereich wurden teilweise mit einer Neigung von 53° von der Spenglerei Pasteiner ausgeführt. Für die Wahl der Bandbreite waren sowohl die Symmetrie als auch die beachtlichen Bogenlängen von 22 bis 27 m mit Radien bis zu 25 m wesentliche Kriterien. Die Bandbreite wurde mit 480 bis 510 mm gewählt, um eine Wellung des Materials zu vermeiden. Grundgerüst dieser Fassade ist eine innen noch sichtbare Stahlkonstruktion, auf der horizontal Wandkassetten mit Wärmedämmung montiert wurden. OSB-Platten und Klöber Permosec bilden den Untergrund für die 0,8 mm starken vorbewitterten Rheinzink-Bahnen »vorbewittertpro«. Bei der Montage der vorgefertigten Schare wurde darauf geachtet, dass eine einwandfreie Dehnung gewährleistet ist. Aus diesem Grund wurden zum Großteil Schiebehafte und nur an den Fixpunkten Festhafte verwendet. Die Winkelstehfälze betonen nicht nur die Struktur sehr stark, sie sind auch besonders leicht auszuführen, da bei vorprofilierten Scharen der fertige Winkelstehfalz allein durch das Einfalzen nur eines Schenkels entsteht. Diese Lösung ist nicht nur optisch sehr markant, sondern ermöglicht auch dem Material eine ungehinderte Längsdehnung.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 3/2010

Kleine Wohnbauten

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