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Neubau L-Bank Karlsruhe

Foto: Maximilian Meisse, Berlin

Der Neubau der L-Bank schließt eine Baulücke in prominenter Lage in Karlsruhe. Der Zirkel am Schlossplatz wurde 1944 bei einem Bombenangriff weitgehend zerstört. Die nach dem Krieg errichteten Gebäude orientierten sich am historischen Gefüge, nur an der Stelle des L-Bank-Gebäudes störte bislang ein Parkplatz das Bild. Für die Bebauung des Grundstücks hatte 2003 die Landeskreditbank einen Wettbewerb ausgeschrieben, den das Berliner Büro Weinmiller Architekten für sich entscheiden konnten.

Der Vorschlag der Berliner Architektin Gesine Weinmiller überzeugte die Jury damals nicht nur wegen der geschickten Integration des denkmalgeschützten klassizistischen Haus Strebel, sondern auch wegen des innovativen Gebäudekonzepts und seiner nachhaltigen Bauweise. Genau dafür wurde der Neubau vor kurzem erneut ausgezeichnet: vom Deutschen Naturwerkstein-Verband, der für herausragende Planungsleistungen, die ästhetisch anspruchsvolle, innovative und ökologische Lösungen mit Naturstein aufweisen alle zwei Jahre einen den Deutschen Naturstein-Preis, vergibt.

Die äußere Kubatur des Neubaus folgt der Parzellierung der barocken Fächerstadt. Im Inneren ist ein rechtwinkliger Hof aus der Baumasse herausgeschnitten. In Ergänzung zu weiteren Gebäuden der L-Bank am Schlossplatz wurde der Neubau als dreigeschossiges Bürogebäude mit französischem Dach und fassadenbündigen Gauben errichtet. Das Niveau des Innenhofs ist um eine Etage abgesenkt.

Im Erdgeschoss befinden sich neben der zweigeschossigen Eingangshalle eine Cafeteria, Besprechungs- und Büroräume sowie zum Zirkel gelegen eine integrierte Ladenzeile. Im 1. bis 3. Obergeschoss sind Büroräume angeordnet. Im Dachgeschoss befinden sich Technik- und Lagerräume, im Untergeschoss neben Büroräumen ein Gesundheitszentrum, eine Bibliothek, sowie Technik- und Lagerräume. Die Tiefgarage wird über eine Zufahrt zur Schlossplatzunterführung erschlossen.

Die Lochfassade mit ihren schmalen, stehenden Fenstern orientiert sich an den Gebäuden in der Nachbarschaft. Die Schlossplatzfassade besitzt eine eingeschossige Arkade mit flachen Segmentbögen aus Naturstein, die alle Gebäude am Schlossplatz verbindet. Die Gauben sind bündig mit der Fassade ausgeführt und durch Natursteinmauerwerk gerahmt. Die Fassade ist mit dem aus der Bourgogne stammenden Kalkstein Magny le Louvre als Vermauerung und Ablastung aus Mauerwerkskonsolen ausgeführt. Lieferung, Steintechnik und Versetzen verantwortete der Naturwerkstein-Fachbetrieb Zeidler & Wimmel aus Kirchheim. Die schmalen, unterschiedlich langen Platten sind in horizontalen Bändern angeordnet, die sich über die gesamte Fassadenabwicklung ziehen. Aufgelockert wird die horizontale Gliederung durch Schichthöhen von 5, 6, 11, 15 und 16 cm. Der Großteil der insgesamt rund 4 000 m2 Natursteinplatten ist 11 cm stark, es wurden aber auch massive Stürze, Winkelsteine und Sohlbänke montiert.

In den Wandpfeilern sind auf Höhe der Sohlbänke 2 cm tiefe Nischen eingelassen, die als inverses Gesimsband gelesen werden können. Die Sohlbänke sind fassadenbündig hergestellt. Die Fassadenentwässerung erfolgt verdecktliegend. Die 22 cm tiefen Fenster- und Türleibungen treffen auf scharfkantige Fensterumrahmungen aus hell brünierter Baubronze. Die Fenster sind in den öffentlichen Bereichen ebenfalls aus Baubronze hergestellt, die weiteren Fenster sind außen aus Baubronze, innen aus Aluminium. Sie besitzen Sonnenschutz- Screens, die durch eine seitliche Führung auch bei stärkeren Windverhältnissen genutzt werden können. Die Innenhoffassaden wurden wie die Straßenfassaden in dem aus der Bourgogne stammenden Kalkstein ausgeführt.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 5/2009

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