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Modernisierung, Haltestelle Musterschule, Pflaster, Außenanlage, Hochbahnsteig, Frankfurt, barrierefrei

Neubau von barrierefreien Hochbahnsteigen in Frankfurt

Die Modernisierung der Haltestelle Musterschule ist Teil eines umfangreichen Bauprojekts der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH. Durch den Einsatz neuer Stadtbahnfahrzeuge mussten die Haltestellen der U5 von der Konstablerwache bis nach Preungesheim umgebaut werden. Für die Planung der Station Musterschule wurde 2009 ein architektonischer Realisierungswettbewerb ausgelobt, den Kölling Architekten aus Bad Vilbel und Just/Burgeff Architekten aus Frankfurt gewannen. Um eine trennende Wirkung durch die Stationsbauwerke zu vermeiden, schlugen die Architekten vor, den Bahnsteig über die gesamte Länge über sich verschneidende Stufen in Querrichtung und über kaum merklich geneigte Gehwegflächen in Längsrichtung zu betreten. Durch eine differenzierte Modellierung der Bürgersteigniveaus ist der Bahnsteige von allen Seiten mit maximal drei Stufen zu erreichen – auf die bei oberirdischen Stationen üblicherweise notwendigen Geländer und Absturzsicherungen konnte deshalb fast komplett verzichtet werden.

Im mittleren Bereich der in drei Segmente unterteilten Bahnsteige ist mit einer Höhe von 80 cm ein stufenloser Ein- und Ausstieg möglich – zu den Bahnsteigköpfen hin beträgt das Einstiegsniveau 60 cm. Rund um den Hochbahnsteig wurde ein Betonstein-Belag in gleicher Farbe und Oberflächenoptik verlegt. Er erstreckt sich bis in den rückwärtig zum Bahnsteig gelegenen Quartiersplatz.

Das Fundament des Hochbahnsteigs besteht aus Ortbeton, darauf wurde eine Sauberkeitsschicht aufgebracht, bevor die Stufen und die von Hering Bau vorgefertigten Bahnsteigkanten-Elementen geliefert und innerhalb drei Tagen eingebaut wurden.
Alle sichtbaren Flächen der Bahnsteigkanten wurden im Werk sandgestrahlt. In die Betonelemente integriert ist ein Streifen aus rötlich eingefärbtem betoShell Textilbeton mit lichtreflektierenden Eigenschaften. Dieser macht vorbeifahrende Autos auf den Bahnsteig aufmerksam und erhöht somit die Sicherheit der Fahrgäste. Das ursprünglich für solche Anwendungsfälle entwickelte Reflexbeton-Material wurde in diesem Projekt erstmals im Infrastrukturbereich als Leitsystem verwendet. Im Bereich des tieferen Einstiegsniveaus wurden runde, gelbe Fliesen integriert, die Fahrgäste auf den Höhenunterschied beim Einstieg hinweisen.

Um den neuen Bahnsteig ins Stadtbild an der Eckenheimer Landstraße zu integrieren und an den dort verlegten Standard-Betonstein anzuschließen, erhielten Bahnsteig und Umfeld bis hin zur Wohnbebauung einen gräulichen Betonpflasterstein-Belag mit sandgestrahlter Oberfläche. Produziert, geliefert und liegend verlegt wurden die Betonsteine in den Formaten 80 x 30 cm sowie 45 x 30 cm von der Firma Rinn. Die zwei Steinformate weisen optisch schnell erkennbar auf die verschiedenen Funktionsbereiche hin – Bahnsteig, Bürgersteig und Straße.

Weitere Informationen:
www.beton.org
www.rinn.net
www.heringinternational.com


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