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Neue Emotionalität

In einem Interview erzählte der Designer Tom Schönherr von seiner Zusammenarbeit mit Duravit und erklärte, warum es nichts nützt, „wenn die Produkte zwar ihre Funktion erfüllen, die Menschen aber nicht berühren.“

Seit über 20 Jahren arbeitet Duravit mit international renommierten Designern zusammen. Die neue Badserie PuraVida von Phoenix-Mitbegründer und Geschäftsführer Tom Schönherr entstand in Kooperation mit Hansgrohe. Sie umfasst Armaturen, Keramik, Wannen und Möbel und erweitert die Gestaltungsmöglichkeiten im Bad um „eine neue, formal freiere und femininere Seite“.

Schönherr
Foto: Phoenix Design
Schönherr PuraVida
Foto: Duravit

„Duravit liegt uns sehr nahe. Das Unternehmen hat einen hohen Anspruch und die Fähigkeit, Innovationen tatsächlich bis zur Serienreife zu entwickeln.“, so Schönherr zu seiner Zusammenarbeit mit dem Unternehmen. „Dazu kommt natürlich noch der Anspruch von Duravit, (...) etwas zu generieren, was seiner Zeit voraus ist und Trends vorwegnimmt.“

Den Erfolg der Serie PuraVida, die bei den bisherigen Präsentationen sehr gut ankam, begründet er mit ihrer Emotionalität: „Emotionale Dinge treffen die Menschen ja viel unmittelbarer, sie gehen nicht erst über den Verstand, sondern sprechen direkt das Bauchgefühl an.“ Dass PuraVida Emotionen auslöst, sieht er darin belegt, dass „die Menschen auf die Produkte zugehen“ und das Bedürfnis zeigen, sie zu berühren und sehr genau von allen Seiten zu betrachten. „Es nützt nichts, wenn die Produkte zwar ihre Funktion erfüllen, die Menschen aber nicht berühren.“, so Schönherr. Daneben fühlt er als Designer auch seine große Verantwortung für die Umwelt. Denn viele der Produkte, die Designer gestalten, würden tausend- oder millionenfach produziert. „Das heißt, ein Produkt, das lange hält, das in seiner Funktionalität gut ist und mit den Ressourcen sparsam umgeht, ist ein erheblicher und großer Beitrag für unsere Zeit und für die Zukunft.“

Den Wunsch nach mehr Emotionalität spürt der Designer auch in anderen Bereichen wie Kunst, Mode oder Architektur. Nach dem starken Trend zu reduzierten, geometrischen, klaren, funktional orientierten Designs in den letzen 15 Jahren. sieht er in expressiveren, ausdrucksstärkeren und menschlichen Formen einen Trend, der den nächsten Jahren maßgeblich sein wird.

In der Architektur sieht Schönherr eine Entwicklung weg vom rechten Winkel und geraden Wänden. „Teilweise werden schon sehr expressive Dinge gemacht und auch sehr viel emotionalere Gebäude erzeugt. Das wird sich natürlich nach und nach auch auf die Ein- oder Mehrfamilienhäuser übertragen.“ Bei seinen Entwürfen hat er natürlich „immer die Architektur im Hinterkopf“ – jedoch seien die Designs von Phoenix nicht für eine bestimmte Architektur gemacht.

Phoenix Design wurde vor fast 22 Jahren von Andreas Haug und Tom Schönherr in Stuttgart gegründet. Zwei Jahre später erfolgte die Eröffnung der Dependance in Tokio. Heute arbeitet ein Team von etwa. 30 Designern in den Bereichen Produktdesign, Interface Design, CAD-Modelling und Modellbau für Phoenix Design. Seit Bestehen des Unternehmens bis heute hat Phoenix Design mehr als 380 Designpreise gewonnen.

Der 1954 geborene Tom Schönherr lebt und arbeitet in Stuttgart. Neben der Arbeit in Jurys engagiert er sich in der Nachwuchsförderung, unter anderem im Rahmen von Hochschul-Workshops, beim Mia-Seeger-Nachwuchspreis sowie in der Phoenix Academy.

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