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Neue Heimat für Greenpeace: das Elbtorquartier in Hamburg

Als „integrative Landmark“ und Zeichen „glaubwürdiger Nachhaltigkeit“ bezeichnet das Züricher Büro Bob Gysin + PartnerBGP seinen Siegerentwurf im Architekturwettbewerb „Elbtorquartier am Magdeburger Hafen“ in Hamburg. In dem Neubau soll unter anderem Greenpeace Deutschland seinen neuen Hauptsitz erhalten.

Greenpeace, Hamburg, Bob gysin
Foto: Bob Gysin Partner

Klinkerfassaden, ein markanter Kopfbau und ein verglastes Erdgeschoss sind die Kennzeichen des Entwurfs, mit dem sich Bob Gysin + Partner BGP in einem beschränkten Wettbewerb gegen 15 Mitbewerber durchsetzen konnten. 159 Büros hatten sich um eine Teilnahme beworben.

Der integrative Charakter des 45.000 m2 großen Gebäudes bezieht sich vor allem auf dessen Verbindung dreier Nutzungen und die – von der HafenCity Hamburg geforderte – öffentlich zugängliche „Stadtloggia“. im Erdgeschoss. Öffentlichkeitswirksam werden sicher auch zwei der drei Nutzungen sein: Im Kopfbau – Stichwort „Glaubwürdigkeit“ - wird die neue Zentrale von Greenpeace Deutschland ihren Platz finden, traditionell einem der mitgliederstärksten Verbände der weltweiten Umweltschutzorganisation. In dem nördlich daran anschließenden Baukörper soll auf 10.000 m² Bruttogeschossfläche der „designport“ entstehen, der eine Vielzahl von Designschaffenden zusammenführt: Hier entstehen Ateliers für Designer; ferner die Kommunikations- und Repräsentationsplattform „designxport“, hinter der die Agentur hamburgunddesign° steht, sowie Büro- und Ausstellungsflächen für designaffine Firmen. Das Projektprofil mutet vertraut an: Investor ist die Primus Developments GmbH, die auch für das „Kap am Südkai“ in Köln verantwortlich zeichnete. Ergänzt wird das Nutzungsprogramm durch 100 Wohnungen in den beiden obersten Geschossen und auf dem Baufeld A.

greenpeace, hamburg, bob gysin
Foto: Bob Gysin Partner

Höchste Energieeffizienz, aber auch ökologisch unbedenkliche Baumaterialien, waren von Anfang an eine der Kernforderungen an den Entwurf. Als Wärmequelle für das Gebäude dient in erster Linie die Abwärme der gewerblichen Kälteanlagen in den Verkaufs- und Gastronomiebereichen. Hinzu kommt das von thermischen Sonnenkollektoren gelieferte Warmwasser. Reichen beide Wärmequellen nicht aus, kann eine Wärmepumpe zugeschaltet werden, die die Luft aus der Tiefgarage als Wärmequelle nutzt. Sie bezieht ihren Strom aus Photovoltaik und Windkraft, die auf dem Grundstück selbst gewonnen werden.
Auf eine Gebäudekühlung soll ganz verzichtet werden. Interne Lasten werden minimiert, indem Geräte mit hoher Abwärme zentral in einem dafür vorgesehenen Serverraum platziert werden. Die Zuluft für die Serverräume und Bereiche mit hoher Personenbelegung wird durch das Erdreich vorgekühlt. Zonen, die darüber hinaus eine aktive Kühlung erfordern, werden durch eine solarbetriebene Kältemaschine versorgt.

Insbesondere in der neuen Greenpeace-Zentrale soll ökologisches und energieeffizientes Bauen auch didaktisch allen Besuchern und Mitarbeitern vermittelt werden. Lehm-Ständerwände und wasserdurchflossene Möbel werden die Räume gliedern, im Atrium soll eine begrünte Wand zu einem gesunden Innenraumklima beitragen, und im Bereich der Stadtloggia werden Photovoltaikzellen in die Dachverglasung integriert.

greenpece, hamburg, bob gysin
Foto: Bob Gysin PartnerBGP

Mit seinem Energiekonzept erreicht der Neubau den „Gold“-Standard des Umweltzeichens HafenCity. Dieses eigens für die HafenCity geschaffene Umweltsignet für Gebäude umfasst fünf Kategorien, darunter den Primärenergiebedarf, den Umgang mit öffentlichen Gütern, umweltschonende Baustoffe, Gesundheitsaspekte sowie einen nachhaltigen Gebäudebetrieb. Für „Gold“ darf ein Bürogebäude maximal 100 kWh/m²a Primärenergie verbrauchen, ein Wohnbau 40 kWh/m²a. Unter die Kategorie „öffentliche Güter“ fallen so unterschiedliche Anforderungen wie die Durchführung eines Architektenwettbewerbs, die Öffnung des Grundstücks zur Umgebung und öffentlich zugängliche Nutzungen im Erdgeschoss, aber auch den Einsatz von Grauwasseranlagen und intensive Begrünungsmaßnahmen. Ferner sind für „Gold“ Ökobilanzen der hauptsächlich verwendeten Baumaterialien nachzuweisen und 20% der Nutzflächen mit allergikergerechten Materialien auszustatten. Sehr wahrscheinlich wird sich der Baukomplex am Elbtorquartier in den kommenden Monaten auch dem Zertifizierungsverfahren nach DGNB stellen. Ziel auch hier: der Gold-Standard.

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