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Neue Studie von Kaldewei - weg vom Statusbad hin zum »So-bin-ich-eigentlich«-Raum

Kaldewei, Studie, Bad, Dusche

In regelmäßigen Abständen gibt der Bade- und Duschwannenhersteller Franz Kaldewei Studien rund um das Bade- und Duschverhalten der Deutschen in Auftrag. Neben der Gewinnung von grundsätzlichen Erkenntnissen ist eines der Ziele dabei auch, möglichst frühzeitig über Veränderungen und neue Trends informiert zu sein. So untersuchte das Kölner rheingold Institut für qualitative Markt- und Medienanalysen jetzt den Bedeutungswandel der einstigen Nasszelle.

Für die Studie »Paradigmenwechsel im Bad als Antwort auf gesellschaftliche Veränderungen« schilderten repräsentativ ausgewählte Probanden ihre veränderte Wahrnehmung des Bades sowie ihre Eindrücke bezüglich zweier in der Kaldewei-Trendforschung entwickelten fiktiven Hightech-Szenarien. Im Vergleich zu früheren Studien konnte dabei ein deutlicher Wandel der Definition des früheren »Premium«-Begriffs festgestellt werden: So legt man auch heute Wert auf Design und Qualität, jedoch ohne die damals übliche Statusdemonstration nach außen. Das Bad gilt als individueller »So-bin-ich-eigentlich«-Raum jenseits des Alltags. So werden immer häufiger funktionale Aspekte wie Waschmaschine und, wenn möglich, auch Toilette aus dem Wohlfühlbad verbannt. Der Trend geht weg vom »one size fits all« und Standard-Denken hin zu einer starken Individualisierung der Einrichtung und des Materials. Als privater Rückzugsort ist das Bad mittlerweile sogar wichtiger als das Schlafzimmer.

Kaldewei, Studie, Bad, Dusche

Zwei scheinbar konträre Ansätze prägen die Anforderungen an das Bad der Zukunft: auf der einen Seite der Wunsch nach Techno-logisierung, auf der anderen Seite das Erleben von Ursprünglichkeit. Gemeint ist kein Rückschritt in Richtung Waschzuber, sondern die Verwendung natürlicher Materialien wie Holz oder Naturstein und organisch wirkender Formen. Zusätzlich sollen große Fenster sowie Sitz- und Liegeflächen Komfort und den Eindruck von Weite vermitteln – präferiert wird ein weitläufiges, offen gestaltetes Bad mit Blick in die Natur. Die Badewanne wird nicht länger in eine Ecke verbannt, sondern bildet – einem natürlichen Wasserbecken gleich – das zentrale Element im Badezimmer. Ergänzt wird die neue Großzügigkeit durch geräumige bodengleiche Duschen. Ein derart gestaltetes Bad wird auch gern gemeinsam mit dem Partner genutzt und trägt so positiv zur Beziehungspflege bei.

Kaldewei, Studie, Bad, Dusche

In den klassischen Studienansatz wurde die Vorstellung von zwei bewusst futuristisch überhöhten Bad-Szenarien implementiert. Die Reaktionen der Befragten darauf decken sich mit den Erkenntnissen, die im Studienverlauf gewonnen wurden: Komfortsteigernde Elemente wie Video-Projektionsflächen oder neuartige Badkonzepte sind durchaus erwünscht. Zustimmung fanden auch komplexe Duschsysteme, die die Reinigung zu einem Erlebnis werden lassen. Wichtig ist jedoch, dass moderne Technik unauffällig den Komfort steigert. Die Befragten distanzierten sich von dem betont technologischen Zukunftsszenario, das den Menschen scheinbar zum Spielball einer intelligenten Technik werden lässt und »bevormundet«, indem es beispielsweise automatisch seine jeweilige Verfassung erkennt und analysiert. Während die Untermalung mit meditativer Musik durchaus willkommen ist, wird externe Kommunikation wie Chatten oder Telefonieren im Bad abgelehnt.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 12/2010

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