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BFI, British Film Institute

Neues Leben unter der Brücke: BFI Southbank von Carmody Groarke in London

Die South Bank, das Südufer der Themse zwischen Westminster Bridge und Blackfriars Bridge, zählt zu den wichtigsten Kulturbezirken der britischen Haupstadt. Unter anderem reihen sich hier das National Theatre, die Royal Festival Hall, die Hayward Gallery und das BFI Southbank auf. Bei Letzterem handelt es sich um das wohl ungewöhnlichste Programmkino Londons: Anfang der 1950er-Jahre vom staatlichen britischen Filminstitut BFI ins Leben gerufen, hat es seit 1957 seinen Sitz in einem eher unscheinbaren Flachbau unterhalb der Waterloo Bridge. Den Entwurf dazu lieferte damals die Architekturabteilung des London City Council.

In den letzten Jahren wurde das Kino schrittweise umgebaut und saniert, um es an moderne Standards anzupassen. Die vorläufig letzte Etappe bildet nun die Sanierung und Erweiterung der Eingangsfront am Themseufer nach Plänen von Carmody Groarke. Die Architekten verfolgten dabei vor allem zwei Ziele: der Institution BFI mehr Präsenz im Stadtraum zu verleihen und eine engere Beziehung zwischen Innen und Außen herzustellen. Ersteres gelang vor allem durch ein neues, auskragendes Vordach über dem Eingang mit Dachterrasse obenauf und Brüstungsverkleidung aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Sie ist gestalterisch an klassische Kino-Werbetafeln angelehnt und lässt sich in unterschiedlichen Farben flächig hinterleuchten. Dieses „Billboard“ ragt an beiden Seiten leicht unter der Brücke hervor und sorgt so für die gewünschte Sichtbarkeit des BFI Southbank.

Die Erdgeschossfläche hat sich durch den Umbau um rund 100 m2 vergrößert; hier ist unter anderem ein italienisches Restaurant eingezogen. Die Verbindung zwischen innen und außen stellen nun nicht nur große Glasschiebetüren am Eingang her, sondern auch eine neue Glasfassade im ersten Obergeschoss. Dort tritt die Brückenunterseite mit ihren Querträgern aus Sichtbeton nun unmittelbar als Raumdecke in Erscheinung, die auch aus dem Erdgeschoss durch eine kreisrunde Deckenaussparung hindurch sichtbar wird. Eindrucksvoll ist hier der Maßstabssprung zwischen dem Verkehrsbauwerk und dem auf den menschlichen Maßstab bezogenen Innenraum des Kinofoyers zu spüren.

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