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Wilkin & Hanrath, Parkhaus, Anbau

Neues Wohnen auf dem Parkhaus: Klein-Santorini am Rhein

In Zeiten des Wohnraummangels, vor allem in den Zentren der Metropolen, geraten zunehmend Parkhäuser als potentielle Bauplätze ins Visier der Immobilienentwickler. In der Nachkriegszeit dienten sie als fester Bestandteil der autogerechten Stadt und wurden meist an die neu angelegten innerstädtischen Straßenschneißen gebaut. Inzwischen ist ein hohes Verkehrsaufkommen nahe der Fußgängerzonen eh nicht mehr erwünscht, sind viele der Stahlbetonkonstruktionen in einem schlechten Zustand, weshalb die Auslastung teilweise stark nachgelassen hat. Dafür ist der Grundstückswert in zentraler Lage rasant gestiegen. Die planerische Antwort auf diesen unbefriedigenden Zustand fällt von Projekt zu Projekt unterschiedlich aus: Einige der Gebäudestrukturen werden komplett abgerissen und durch Wohnungsbau ersetzt, Es gibt Beispiele wo die Wohnungen als Lofts in die bestehende Baustruktur der Parkhausplattformen eingebaut wurden und das Stahlbetonskelett erweitert wurde. Im Falle der Magnusstraße 31 wählten die Initiatoren des Projekts einen Mittelweg: Sie bauten nur zwei der ursprünglich sechs Parkdecks zurück und ersetzten sie durch zwei Hauszeilen – im Norden zur Alten Wallgasse hin dreigeschossig, zum Blockinneren im Süden zweigeschossig. Als Zwischenraum fassen sie eine geschwungene Dorfgasse ein, 22 Meter über dem Straßenniveau. So bieten nun 31 Einheiten neuen Wohnraum, wo zuvor 100 Stellplätze ungenutzt leer standen.

Auch der Zugang zum Neuen Wohnen über den Dächern der Stadt ist komplett neu errichtet: Zwischen Ein- und Ausfahrt ergänzten die Architekten Wilkin & Hanrath ein helles verglastes Treppenhaus mit frei stehender Stahltreppe im Innern. Durch Verbindungsstege zwischen beiden Häuserzeilen über die Dorfgasse hinweg und die luftigen Dachterrassen entsteht eine mehrgeschossige Terrassenlandschaft. Der Passant auf Straßenebene bekommt von diesem Klein-Santorini jedoch nicht viel mit: Die perforierte Aluminiumfassade, die über Parkgeschosse und Wohnaufbauten kontinuierlich durchgezogen ist, lässt den Hybriden als einheitlichen Bau erscheinen. Erst bei Dunkelheit leuchten die Öffnungen im Parkhaus hinter der Aluminiumhülle auf und zeigen den urbanen Bau in einer zurückgenommenen Fassung der einstigen Faszination für das Automobil in »Lichter der Großstadt«.

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Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 10/2018 mit dem Themenschwerpunkt »Reuse Recycle«.

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 10/2018
DETAIL 10 2018, Reuse Recycle

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