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New Schools of Thought

Architektonische Wissensgenerierung findet nicht mehr nur im akademischen Umfeld statt, sondern vermehrt auch in sogenannten Denkschulen, zu denen die Wissenschaftler auch Einrichtungen für die Architekturvermittlung für Kinder und Jugendliche sowie Forschungsprogramme und Orte für die öffentliche Architekturausbildung rechnen. Die Vielzahl und Vielseitigkeit der in den letzten Jahren neu gegründeten Institute und Initiativen hat gezeigt, dass »eine von der Start-up-Community getragene Wirtschaft kreative Köpfe braucht, die über den Tellerrand blicken. (...) Damit verbunden ist ein erneutes Vertrauen in junge Menschen. Schließlich gewinnen auch Architektur und die Architekturausbildung wieder an Bedeutung. Nach 25 bis 30 Jahren, in denen der Berufsstand an Einfluss verlor, interessieren sich die Menschen wieder für Architektur, denn sie scheint alle für das zukünftige Leben relevanten Schlüsselfaktoren zu enthalten – sie ist wissenschaftlich, technologisch, sozial und nicht zuletzt räumlich«, beschreibt das Forscherteam von NeSt die erfreuliche Entwicklung.

Die kürzlich erschienene Ergebnispublikation von Vera Kaps und Peter A. Staub dokumentiert diese aktuellen Tendenzen, lässt Architekturvermittler zu Wort kommen, zeigt Strömungen und praktische Herangehensweisen des Architekturtransfers ausgewählter Architekturschulen, Initiativen und Einrichtungen auf. Anhand von insgesamt 18 Case Studies werden die zugrunde liegenden Denkansätze und pädagogischen Vermittlungskonzepte ebenso präsentiert wie Finanzierungsmodelle oder die konkreten Räume, in denen diese Schulen angesiedelt sind. Darunter beispielsweise die vom aut (architektur und tirol) initiierte Kunst- und Architekturschule «bilding» für Kinder und Jugendliche in Innsbruck, das neu gegründete Architekturinstitut Confluence (Confluence Institute for Innovation and Creative Strategie in Architecture) in Lyon, der Aedes Network Campus in Berlin oder das europäische Forschungsprogramm InnoChain. Die Forschungspublikation New Schools of Thought schafft es, ein umfassendes Bild der jüngsten europäischen Architekturausbildung zu zeichnen, von kleinen Mitmacheinrichtungen und Freizeitangeboten für Kinder über Architekturmuseen, neue Hochschulangebote bis hin zu groß angelegten europäischen Verbundforschungsprogrammen.

Nach der zweijährigen Forschungsphase kommt das Autorenteam zu dem Fazit, dass zwar sowohl Hochschulreformen und auch Bürokratie zu einer Homogenisierung der Lehre beitragen, »letztendlich stehen jedoch die Menschen im Mittelpunkt der erfolgreichen Ausbildung, nicht die Vorschriften«. Und weiter: »Eine interessante Entdeckung ist auch die Tatsache, dass die Größe einer Schule nicht mehr von einem physischen Ort oder von der Anzahl der dort anwesenden Personen bestimmt wird.« Neue technologische Fortschritte auf dem Gebiet der Kommunikation erlauben sowohl ein Minimum an internen Mitarbeitern ebenso wie ein Maximum an externen, internationalen Mitgliedern, sodass das reale Schulgebäude nicht zwangsläufig eine Rolle für die Denkschule spielen muss.

Die größte Herausforderung und auch Chance sehen die Autoren für alle Denkschulen in der sich rapide verändernden Welt und Branche immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Um auf Veränderungen reagieren zu können, benötigt die Architekturausbildung ein gewisses Maß an Freiheit und Flexibilität – in den Köpfen und auch den gebauten Räumen.

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