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Nexthamburg

Stadtentwicklung als Partizipationsprozess

Nexthamburg versteht sich als unabhängiges Ideenlabor für die zukünftige Hamburger Stadtentwicklung. Das Projekt setzt auf die freiwillige Mitarbeit von Bürgern sowie lokalen Experten und funktioniert durch Kooperationsmechanismen einer Internet-Community, wie beispielsweise "Crowdsourcing" oder "Crowdwisdom". Die Ideen der Bürger haben dabei eine Impulswirkung auf die in Hamburg stattfindende Stadtentwicklungsdiskussion.

Das Projekt hat das Ziel, Bürger für die Stadtentwicklung zu aktivieren. Nexthamburg stellt die These auf, dass jeder Bürger zur Stadtentwicklung beitragen kann, indem er seine Ideen äußert, sie diskutiert und schließlich eine Umsetzung initiieren kann. Dabei werden maßgeblich die Möglichkeiten und Potenziale des Internets genutzt. "Crowdsourcing", also die Generierung von Themen und Inhalten durch die Masse im Internet, sowie "Crowdwisdom", die Lösung von Problemen durch kollektives Wissen, wird explizit als Strategie der Beteiligung formuliert. Stadtentwicklung wird somit durch die Masse initiiert. Hierbei spricht man von "bottom up"-Prozessen. Dieses Wissen, die Meinungen sowie die Ideen der Hamburger Bürger werden durch Nexthamburg gebündelt und für reale Stadtentwicklungsvorhaben kanalisiert. In einem weiteren Schritt, dem "Crowdcasting", werden Experten verschiedener Fachrichtungen integriert. Durch Formulieren einer klaren Problemstellung wird eine gezieltere Aktivierung entsprechender Experten in der Benutzerschaft erreicht.

Nexthamburg kombiniert die virtuelle Präsenz der Internetseite mit halbjährlichen Veranstaltungen, "Session" genannt. Diese Treffen der Interessierten an einer Idee, der so genannten "Ideenpaten", tragen dazu bei, ausgewählte Themen und Inhalte zu vertiefen. Die Funktion von Nexthamburg innerhalb der Hamburger Stadtentwicklung ist vielschichtig und befindet sich in einem kontinuierlichen Wandlungsprozess. Nexthamburg nimmt dabei die Rolle zwischen Bürgern und Akteuren der Stadtentwicklung ein. Es wird als Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik vom Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung gefördert. Seit Juni 2010 ist Nexthamburg Partner des von der Stadt Hamburg initiierten "Stadt im Dialog"-Prozesses, es bestehen Kooperationen mit der IBA Hamburg und der HCU Hamburg. Die Community besteht momentan aus 1800 Facebook Fans sowie 2500 Twitter Followern und 380 Nutzeraccounts auf der Nexthamburg Webseite.

Ideen-Schutzraum und Frühwarnmelder

Nexthamburg versteht sich als "Schutzraum" für neue Ideen. Diese sollen sich frei von bestehenden Restriktionen, wie finanziellen Engpässen oder zurzeit geltendem Planungsrecht, entwickeln können. Angestoßene Themen werden offen diskutiert, kontroverse Meinungen sind als Impulsgeber für die Stadtentwicklung erwünscht.

Durch dieses frühzeitige Agieren kann Nexthamburg als eine Art "Frühwarnmelder" im Planungskontext fungieren. Es erstellt ein Meinungsbild, bevor formelle Verfahren in den Prozess eingreifen. Dieses kann zwar nicht als repräsentativ angesehen werden, zeigt aber bereits frühzeitig, welche Probleme eine bestimmte Planung nach sich ziehen würde und welche Planungen bereits Befürworter haben.

Planungswiki

Eine weitere wichtige Funktion im Planungsprozess ist die Generierung, Sammlung und Bereitstellung von relevanten Planungsinformationen. In Kombination mit den entsprechenden, von Nutzern eingebrachten, Meinungen und Ideen zu spezifischen Projekten, entsteht eine Hamburger Planungswiki. Nexthamburg avanciert zu einer generellen Anlaufadresse für Planungsfragen.

Sessions

Die halbjährlichen Sessions bieten dem Benutzer mehrere Möglichkeiten, sich an den Diskussionen zu beteiligen. Diese sind von Session zu Session unterschiedlich. Kern ist jedoch jeweils eine in Arbeitsgruppen stattfindende, kooperative Beteiligung. Hierbei werden Ideen oder bestimmte Stadträume einer detaillierten Bearbeitung unterzogen.

Ideenpatenschaften und Themenräume

Die Weiterarbeit an Ideen wird durch so genannte Ideenpatenschaften koordiniert. Benutzer können sich als Pate einer Idee melden, um eine auch außerhalb der Sessions und des Internets agierende Arbeitsgruppe zu bilden. Aufgabe ist es, die Idee bis zur Umsetzung zu begleiten. Durch die Redaktion definierte und durch Kooperationspartner eingebrachte Themenräume orientieren sich an derzeit stattfindenden Diskussionen in der öffentlich wahrgenommenen Hamburger Stadtentwicklung, wie beispielsweise "Gentrifizierung", "Schulreform" und "Wohnen". Für jeden dieser Themenräume werden relevante Materialien zur Verfügung gestellt sowie auf vergleichbare Projekte hingewiesen.

Ideen für die Stadt

Ideen können über drei unterschiedliche Status verfügen: Idee, Topidee und Zukunftsstudie. Wird eine Idee durch einen Benutzer eingebracht, erhält diese den Status einer normalen Idee. Benutzer können Unterstützer werden und somit dafür sorgen, dass die Idee zu einer so genannten Topidee aufsteigt. Einmal im Monat erlangt die Idee mit den meisten Unterstützern den Status der Topidee. Es erfolgt ein Aufruf an die Community, diese im Rahmen einer Ideenpatenschaft weiterzuentwickeln. Während der Sessions wird es ermöglicht, dass eine Topidee zur Zukunftsstudie aufsteigt. Sie erfährt maximale Aufmerksamkeit und eine Realisierung wird forciert.

Nexthamburg Navigator

Eine Karte unterstützt die Internetpräsenz, indem diese alle wichtigen Beiträge nach geographischer Position anordnet. Durch diese Strukturierung können Inhalte mit jeweiligen Orten in Beziehung gesetzt werden. Der Navigator ist in unterschiedliche Layer gegliedert: Ideen, Planungswiki und Gebäude.

Über Nexthamburg

Nexthamburg wird von einem Team aus Stadtplanern, Soziologen, Politologen und Medienmachern betrieben, die Themen und Beiträge redaktionell aufbereiten, moderieren und inhaltlich weiterentwickeln - und den Nexthamburg Prozess mit viel Engagement vorantreiben.

Am 25. Mai 2011 durfte sich Nexthamburg über die Auszeichnung "Ausgewählter Ort 2011" der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" freuen, die am Ende des ersten Nexthamburg Salons von der Deutschen Bank verliehen wurde. (Stephan Landau, Nexthamburg/ BS)

Weitere Informationen finden Sie hier

Bildrechte: Nexthamburg

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