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Dornbirn, Haus Rosa, Sebastian Brandner

Nichts zu verbergen: Haus Rosa in Dornbirn von Sebastian Brandner

Nur 5 m schmal, aber 17,50 m lang ist das dreigeschossige Wohnhaus, das der Vorarlberger Architekt Sebastian Brandner für sich und seine vierköpfige Familie in Dornbirn errichtet hat. Der hohe, schmale Baukörper setzt ein Ausrufezeichen in dem kleinen Wohnviertel, das zwischen Sportplätzen und einem großen Gewerbegebiet am äußersten nördlichen Stadtrand liegt. Auf drei Seiten begrenzen Straßen und Grundstückszufahrten die nur 400 m2 große Parzelle. Trotz der exponierten Lage entschloss sich Brandner, das Haus radikal freizustellen, ohne Einfassung durch Hecken oder Zäune und mit nur minimaler Gartengestaltung.

An der Stirnseite im Osten ist die Garage ins Erdgeschoss integriert. Dahinter und darüber wird auf nur 140 m2 Nutzfläche gewohnt und gearbeitet. Das ebenerdige Atelier des Architekten und der Wohn- und Kochbereich im ersten Obergeschoss bilden ein offenes, durch eine Spindeltreppe verbundenes Raumkontinuum. Kleinteiliger und privater geht es im obersten Geschoss zu, das sich auf ein Eltern- und zwei Kinderzimmer sowie ein Bad aufteilt.

Nicht nur seine Höhe, sondern auch die Lärchenholzhülle hebt das Haus Rosa – so benannt nach Brandners älterer Tochter – zwischen den rings verputzten Satteldachhäusern hervor. Außen gliedern offene Gefache aus Lärchenholzbalken die Fassaden. Ihr Achsmaß halbiert sich in zwei Schritten von 2,50 m im Erdgeschoss bis auf 62,5 cm in der obersten Etage. Im Gebäudeinneren ist das Konstruktionsraster von 1,25 m vor allem an den Rippendecken über den unteren beiden Etagen ablesbar. Nur über der Garage und im Dach des Hauses ließ Sebastian Brandner Flachdecken aus Brettsperrholz einbauen.

Die Fassaden bestehen aus vorgefertigten, geschosshohen Holztafelelementen, die auf der Baustelle mit einer inneren Vorsatzschale versehen und mit Zellulosedämmung ausgeblasen wurden. Dagegen entstanden die Trägerroste der Geschossdecken zimmermannsmäßig vor Ort. Um die fehlende Masse der nur 42 mm dicken Holzdecken auszugleichen, ist der darauf aufgebrachte Heizestrich mit 100 mm ungewöhnlich dick. Während er in den beiden unteren Etagen offen liegt, verbreitet im obersten Geschoss ein Teppichboden aus Yakwolle eine wohnliche Atmosphäre.

Über das Projekt berichten wir in Detail 7/8.2021.

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