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Foto: TEK TO NIK - Andreas Stimpert

Op-Art an der Fassade: Bankgebäude in Frankfurt

Der Neubau des achtgeschossigen Bürogebäudes (BGF circa 5.226 m²) im Herzen des Frankfurter Bankenviertels setzt in mehrfacher Hinsicht Akzente. Im Vergleich zu seinem Vorgängerbau aus den Sechziger Jahren definiert er die Fassade als ein gestalterisch-städtebauliches Zeichen, welche auf Grund ihrer dreidimensionalen Plastizität bewusst Anknüpfungspunkte an den historischen »Frankfurter Stil« aufnimmt. Mit Hilfe der Fassadengliederung, Tiefe und Detailierung gelingt es die Wertigkeit des mit LEED Gold ausgezeichneten Gebäudes zur Straßenseite besonders zu betonen. Die Schlüssigkeit des entwurflichen Konzepts lässt sich daher von außen bis tief ins Innere der jeweiligen Geschosse ablesen.

Die Lesbarkeit und Güte der Architektur gründet sich maßgeblich auf die Strukturierung der Straßenfassade. Ein Raster aus 8 x 8 quadratischen Fensteröffnungen verleiht der Ansicht einen ruhigen ausgewogenen Rhythmus, der sich um den zentralen zweigeschossigen Eingangsbereich aufbaut. Der als Stahlbetonskelettbau konzipierte Neubau erhielt eine hochwärmegedämmte, selbsttragende Vorhangfassade, die in Deutschland bisher einmalig ist. Denn die quadratischen Lisenen wurden aus Kalkstein mit Hilfe von einer speziellen 5-Achsfertigungstechnik gefräst und erreichen eine Länge von bis zu drei Metern – Maße und Längen, die bisher nur mit Hilfe von Betonfertigteilen möglich waren. Insgesamt wurden 60 Kubikmeter Naturmassivstein mit einem Gewicht von 116 Tonnen verbaut.

Die Formensprache der 185 Quadratmeter großen Natursteinfassade basiert auf kubisch gefrästen vor- und zurückspringen Natursteinelementen in fugenloser Ausführung. Die darauf begründete Logik der Struktur und des Rasters beruht auf der Zweigeschossigkeit. Die Lisenen von vier Fenstern ergeben jeweils einen sechs Meter positiv aus der Fassade hervortretenden Stern. Die Kreuzpunkte bilden gleichzeitig Knotenpunkte. Zudem sind die vertikal und die horizontalen Lisenen diagonal dreidimensional angeschnitten, was ihnen zu einem Schattenwurf verhilft. Da es sich um eine Nordfassade handelt, ist der Effekt genau kalkuliert und verleiht der Fassade eine zusätzliche Dimension.

Das sich insgesamt ergebende Fassadenbild ist ein auf Grund seiner Struktur in ständiger optischer Bewegung. Abhängig vom Standort des Betrachters ergeben sich wellenartige Rhythmen, die z.B. diagonal über die Fassade verlaufen. Assoziationen eines Gewebes oder einer Netzstruktur treten auf – wie im Fall von Op-Art entstehen, bedingt durch die geometrischen Muster, Vorstellungen von Schwingungen.

Das Ergebnis ist eine langlebige, ökologische und ökonomische Art der Fassadengestaltung und Realisation, die schon in sich allein einen wegweisenden Fortschritt in der plastischen Gestaltung von Stadträumen beinhaltet.

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