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Rundzwei Architekten, Berlin

Origami aus Kork: Korkenzieherhaus von Rundzwei Architekten

Das Korkenzieherhaus von Rundzwei Architekten wirkt auf den ersten Blick wie ein großes Origamikunstwerk aus Kork. Dieser Eindruck entsteht durch das außergewöhnliche Dach, das zu allen Gebäudeseiten einen Giebel ausbildet.

Eigentlich war auf dem Grundstück nur ein Vollgeschoss erlaubt. Durch die geschickte Aufteilung der Geschosse in Split-Level und das Absenken des Erdgeschosses um eine halbe Ebene haben Rundzwei Architekten eine Nutzfläche von 320 m2 geschaffen. Die Außenhülle besteht unterhalb der Geländeoberkante aus Stampfbeton und wird oberhalb mit einer Holzkonstruktion weitergeführt.

Den Architekten ist der regionale Bezug der Materialien bei ihren Entwürfen besonders wichtig. Daher fiel die Wahl auf einen Sockel aus Stampfbeton. Dieser wird schichtenweise eingebracht und dann in Handarbeit verdichtet, sodass eine einzigartige Oberflächenstruktur entsteht.

Im untersten Geschoss sind die Wohn- und Schlafbereiche untergebracht. Das Schlafzimmer hat einen direkten Zugang zum Pool im Außenraum. Auch dieser ist mit Stampfbeton eingefasst, was zudem vor unerwünschten Blicken schützt.

Die über dem Sockel liegenden Räume sind kleiner und werden von dem zentral platzierten Treppenhaus erschlossen. Das Haus bietet Platz für drei Personen, kann aber durch flexible Wohnmodelle zukünftig in kleinere Studios unterteilt werden. Ein weiterer Eingang ist bereits von den Architekten eingeplant.

Die Bauherrin wünschte sich eine schallabsorbierende Fassade, worauf die Architekten mit dem Einsatz von Korkplatten reagierten. Diese werden aus Korkgranulat – einem Abfallprodukt der Weinproduktion – hergestellt. Das Granulat wird mit Wärme und hohem Druck zu Platten geformt, wobei Harze aus dem Kork austreten, die das Granulat miteinander verbinden. Die Platten sind wasserabweisend, schalldämmend und auf natürliche Weise gegen Schimmel resistent. Kork hat außerdem gute wärmedämmende Eigenschaften, sodass auf eine zusätzliche Dämmung verzichtet werden kann und die Platten als monolithisches Fassadenmaterial verwendbar sind.

Durch Solarpaneele auf dem Dach und ein Schichtenspeichersystem funktioniert die Wärmeversorgung des Hauses nahezu autark. Zusätzlich konnte beinahe komplett auf chemische Bauschäume und Kleber verzichtet werden.

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