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Foto: Filippo Poli

Origami in Spanien: Busbahnhof in Santa Pola

Die Zufahrtsstraße in die Stadt führt durch ein Industriegebiet. Genau dort sollte auch der neue Busbahnhof entstehen. Die Architekten haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Problem der Gesichtslosigkeit zu lösen und dem monotonen Areal eine Landmarke gebaut. Der Busbahnhof fungiert nun als Stadtportal. Eine Strategie, die sie diesbezüglich verfolgt haben, ist es, das Gebiet nicht noch weiter zu zerstückeln. Ihr Gebäude sollte so homogen wie möglich sein, damit es als Einheit präsent ist. Dabei kamen die Architekten alleine schon wegen der vielen verschiedenen Nutzungen unter einem Dach nicht an einer gewissen Komplexität vorbei.

Die eigentliche Bushaltestelle ist am prominentesten Ort des Grundstücks untergebracht. Direkt am Kreisel gelegen, ist sie von allen Seiten gut sichtbar. Zusätzlich sollen mehrere Grünflächen den öffentlichen Charakter bestärken. Sie wirken wie die Andeutung eines spanischen Parks und tragen einen großen Teil dazu bei, dass sich das Ensemble deutlich von den Industriebauten abhebt.

Baulich wurde die Haltestelle als großes, weit auskragendes Dach ausgeführt. Es verjüngt sich zu seinen Kanten nach oben hin. In der Mitte liegt der dickste und tiefste Punkt. Dieses Dach spendet Reisenden Schatten, es beherbergt aber auch den Fahrkartenschalter, Schließfächer, eine Tankstelle und den Wartebereich. Außerdem bildet es das markanteste Element des Bauwerks. In der mittleren Zone ist ein rechteckiges Stück der Dachfläche ausgeschnitten. Darunter befindet sich einer der Gärten. Dank dieser Anordnung dringt diffuses Tageslicht ein, wo sonst wegen der großen Tiefe des Dachs Kunstlicht benötigt würde. Des Weiteren trennt der Garten räumlich die verschiedenen Nutzungen voneinander.

Ein zweiter Baukörper, abseits der Bushaltestelle, wurde in die gleiche silbrig glänzende Metallfassade gekleidet. Wenngleich dieses Gebäude nicht über Auskragungen oder von Boden gelöste Elemente verfügt, so finden sich doch noch weitere Ähnlichkeiten zur Haltestelle. Rücksprünge im Volumen bieten Platz für Grünflächen und Bäume. Die Dachflächen sind im gleichen Winkel geneigt, wodurch optisch der Zusammenhang der Bauten sehr deutlich wird. Im vorderen Teil finden kommunale Einrichtungen Platz, im hinteren ist Raum für kommerzielle Nutzungen.

Den Architekten ist mit diesem Busbahnhof der Spagat zwischen der Einzigartigkeit ihres Baus und Assimilation an das bestehende Umfeld gelungen.

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