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Palacongressi di Rimini

Das größte Kongresszentrum Italiens mit 9.000 Sitzplätzen nach dem Entwurf von Gerkan, Marg und Partner (gmp) ist im Herbst 2011 eingeweiht worden. Fertiggestellt wurde es bereits 2010.
 
Aus dem Areal der ehemaligen alten Messe in Rimini ist eine grüne Mitte geworden, deren See über einen lang gestreckten Park unter der neuen Brücke hindurch mit dem Stadtzentrum verbunden ist.

Palacongressi di Rimini
Plan: gmp Architekten

Der Gesamtkomplex gliedert sich in vier Bereiche, die verschieden große Säle auf zwei Ebenen beherbergen. Im Zentrum der Anlage befindet sich ebenerdig der größte Saal mit ca. 4.800 m². Dieser multifunktionale Saal mit einer Höhe von zwölf Metern und einem umlaufenden Funktionsring für Technik, Dolmetscher und Regie ist mit raumhohen Schiebetrennwänden ausgestattet und in verschiedenen Varianten teil- und nutzbar. Das Fassungsvermögen für 4.700 Gäste ist aufteilbar in eine vielfältige Kombination von kleineren Versammlungen und Ausstellungen. Über pyramidenförmige Glasoberlichter kann der Saal natürlich belichtet werden.

Palacongressi di Rimini
Lageplan: gmp Architekten
Palacongressi di Rimini
Längsschnitt, Plan: gmp Architekten
Palacongressi di Rimini
Querschnitt, Plan: gmp Architekten
Palacongressi di Rimini
Konferenzsaal, Foto: Marcus Bredt

Ein U-förmiges, gläsernes Foyer umschließt diesen Saal und verbindet alle Bereiche des Palacongressi miteinander. Das Foyer ist großzügige zwölf Meter hoch, durch gläserne Dächer lichtdurchflutet und dient wie eine Straße zugleich der Erschließung der einzelnen Säle und als Pausenfoyer mit kongressbezogenen Ausstellungen.

Palacongressi di Rimini
Gläsernes Foyer, Foto: Marcus Bredt

Im nördlichen Bereich des Palacongressi befinden sich im Erdgeschoss teilbare Säle für 600 und 300 Personen, die Hauptküche sowie ein eigenes Foyer. Im Obergeschoss sind ein Saal mit ansteigendem festen Gestühl für 300 Personen, sowie weitere Säle für 90 bis 120 Personen angeordnet.

Palacongressi di Rimini
Eingang Süd, Foto: Marcus Bredt

Der südliche Bereich des Palacongressi wird über einen glasgedeckten Innenhof erschlossen, der ebenfalls für Ausstellungen genutzt werden kann. Ähnlich dem nördlichen Bereich sind auch hier ebenerdig mittelgroße Kongresssäle mit eigenem Foyer und im Obergeschoss 14 kleinere Konferenzräume für 40 bis 120 Personen sowie Besprechungsräume angeordnet.

Palacongressi di Rimini
Foyer im Haupteingang, Foto: Marcus Bredt
Palacongressi di Rimini
Rotunde mit "La Perla", Foto: Marcus Bredt

Der Haupteingang des Palacongressi liegt am östlichen Park und ist charakterisiert durch die signifikante Form der markanten „Conchiglia" (Muschel). Über ihm erhebt sich das halbkreisförmige Amphitheater, das mit seiner prägnanten Form eine Reminiszenz an das antike römische Theater von Rimini darstellt. Der halbrunde Saal mit ansteigendem Gestühl für mehr als 1.600 Personen ist mittig teilbar und mit einer festen Bühne ausgestattet.

Allen Bereichen sind gesonderte Nebenräume wie Garderoben und Gastronomien zugeordnet. Unter dem Haupteingang liegt die Zentralgarderobe, welche über die Rotunde und leicht gewendelte Treppen erschlossen wird. Der Brunnen inmitten der Rotunde und im Zentrum unter dem Amphitheater hat in seiner Mitte „La Perla", Europas größte Steinkugel, die sich auf einem Wasserfilm dreht.

Blick vom Parco Ausa auf das Palacongressi, Foto: Marcus Bredt
Details der Fassade "Conchiglia", Plan: gmp Architekten
Palacongressi di Rimini
Detailansicht "Conchiglia", Foto: Marcus Bredt

Das Palacongressi di Rimini bezieht sich auf den genius loci - die Farben des nassen und trockenen Adriastrandes, das türkise, blaue und grünliche Wasser der Adria und mit seinem Amphitheater im rimineser Volksmund auf die Seemuschel „Conchiglia", in der eine Perle liegt.
 
Dieses größte Kongresszentrum Italiens ist nicht nur in seiner Nutzungsflexibilität eine Innovation für Konferenzen mit Ausstellungen, sondern zugleich das städtebauliche Pilotprojekt für ein Kulturzentrum, das auf der anderen Straßenseite mit einem neuen Konzertsaal von Mario Botta ergänzt werden soll.

Palacongressi di Rimini
Stadtplan: gmp Architekten

Entwurf: Volkwin Marg
Partner: Joachim Zais
Projektleitung: Stephanie Joebsch
Kontaktarchitekt: cfk_architetti, Venedig, Clemens F. Kusch
Entwurfs- und Ausführungsplanung: gmp Generalplanungsgesellschaft mbH, Hamburg
Örtliche Koordination und Bauaufsicht, Planung Leitsystem: mijic architects, Rimini, Eduard Mijic, Emanuele Filanti, Lorenzo Pesaresi
Tragwerksplanung und Bauaufsicht: Favero & Milan Ingegneria, Venedig

Haustechnik: Studio T.I., Rimini
Lichttechnik: conceptlicht, Traunreut
Elektroplanung: Inteso Ingegneria, Rimini
Veranstaltungstechnik: GCA, Unterhaching
Bauleitung Veranstaltungstechnik: Inteso Ingegneria, Rimini
Akustik: Müller BBM, Planegg
Landschaftsplanung: Studio Land, Mailand
Grafik Leitsystem: Leonardo Sonnoli, studio Tassinari/Vetta, Rimini
Bauherr: Società del Palazzo dei Congressi, Rimini

BGF oberirdisch: 30.700 m²
BGF unterirdisch: 21.800 m²
Sitzplätze: 9.000
PKW-Stellplätze: Tiefgarage 500
Bauzeit: 2007–2010

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