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AZC Paris, Betreutes Wohnen Planchette, Foto Sergio Grazia

Passgenau gepuzzelt: Betreutes Wohnen Planchette in Paris

Die äußere Kubatur des Komplexes ist nahezu ein Spiegelbild städtebaulicher Richtlinien; dennoch gelingt es den Architekten diese mit Raumprogramm und Entwurfskonzeption in Einklang zu bringen. Auf 2150 Quadratmetern entstanden dabei insgesamt 26 individuelle Wohneinheiten. Zentrumsnah und mit greifbar naher medizinischer Versorgung richtet sich das Gebäude an ältere, schwache und kranke Menschen, die frei durch bewusst inszenierte öffentliche und halböffentliche Bereiche für Aktivitäten und Freizeit schlendern können und je nach Stimmung immer ein neues Plätzchen finden.

Sich mit sechs Geschossen an die Rue der Charenton und mit drei Geschossen rückseitig an die niedrigere Gebäudehöhe anpassend, bildet das Gebäude differenzierte Gebäudezonen um zwei introvertierte Innenhöfe. So orientieren sich Tages-und Veranstaltungsräume unmittelbar um die Höfe, private Wohnbereiche rutschen für mehr Privatsphäre und Belichtung in die höheren Geschosse und lediglich sporadisch genutzte Räume für Physiotherapie etc. situieren sich im dunkleren Untergeschoss. Es entsteht eine Priorisierung des Tageslichts nach effektiver Nutzung der Bewohner. Die Erschließungsbereiche, denen häufig eine unterschätzte Funktion beigemessen wird, sind aufgrund ihrer enormen Nutzung einer der hellsten Bereiche des Gebäudes. Dort wo sich im 18. Jahrhundert noch der Eingang einer Einkaufspassage befand, befindet sich heute nun der Eingang zum öffentlichen Praxisbereich. Ein Hintereingang für Angestellte lässt sich von der Ruelle de Planchette erschließen. An dieser entlang siedeln sich auch Administrationsbüros und Arbeitsplätze für Mitarbeiter an.

Die graue Betonfassade präsentiert sich relativ neutral, diskret und zeitlos gegenüber dem Stadtraum, während die Patios laut Architekten als Orte der Kontemplation verstanden werden und an japanische Höfe erinnern sollen. Auf den ersten Blick würde man es kaum vermuten, dass sich eine Art kleine Oase im Herzen des Häuserblocks befindet. Während sich das Gebäude nach außen hin durch seine Farbgebung und Schlichtheit sehr zurücknimmt, offenbaren die hellen Räumlichkeiten und introvertierten Hofsituationen genau das Gegenteil und werden durch das Konzept des Materialwechsels in ihrer Erscheinung nochmal unterstützt. Ebenso scheint sich im Hof die Maßstäblichkeit des Gebäudes zu verändern und eine stärker am Menschen orientierte Proportion abzubilden. Das warme Material des unempfindlichen Lärchenholzes unterstützt diesen Eindruck und lädt zum Verweilen ein – in einer hölzernen Oase inmitten von Paris.

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weitere Informationen:

Architektenteam: Grégoire Zündel, Irina Cristea, project architect Valentine JAMET
Budget: 5,3 M€

Fotos: Sergio Grazia

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