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Passivhäuser - jetzt auch ohne Zusatzdämmung

In Frankfurt-Kalbach entstehen derzeit fünf Mehrfamilienwohnhäuser mit Passivhausstandard. Das ist in einer Stadt, die sich als „Passivhaushauptstadt Deutschlands“ rühmt, nicht weiter ungewöhnlich. Doch die Neubauten der Architekten Scheffler + Partner werden in Massivbauweise ohne Zusatzdämmung gebaut.

passivhäuser, frankfurt - kalbach, scheffler partner

In den vergangenen zehn Jahren sind in Frankfurt bereits rund 900 Wohnungen, zwei Schulen und mehrere Kindertagesstätten mit Passivhausstandard entstanden. Mit mehr als 100.000 Quadratmetern Nutzfläche in verschiedenen Gebäudetypen, die den Passivhausstandard erreichen, gilt die Main-Metropole weltweit als Spitzenreiter.

Dennoch sind die fünf Mehrfamilienhäuser mit ihren 50 Wohnungen im Stadtteil Kalbach eine Premiere: Anders als bislang üblich, sollen die Neubauten nicht mit zusätzlicher Außendämmung – etwa in Form eines Wärmedämm-Verbundsystems – errichtet werden, sondern in monolithischer Ziegelbauweise. Die Häuser besitzen je zwei bis drei Vollgeschosse plus Staffelgeschoss. Alle sind unterkellert und durch eine gemeinsame Tiefgarage erschlossen, die zum großen Teil außerhalb der Gebäudehüllen liegt.

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Für die Außenwände der Neubauten verwendeten die Architekten und die Tragwerksplaner Bollinger + Grohmann aus Frankfurt einen Ziegel von Unipor. „Coriso“, so der Name des neuen Steins, ist mit Mineralgranulaten gefüllt, die so wärmedämmend sind, dass der Wärmeleitwert auf 0,07 W/mK „gedrückt“ werden konnte. Damit lassen sich nun erstmals auch monolithische Wandaufbauten für Passivhäuser errichten. Eine Einschränkung besteht dabei jedoch: Bei Außenwandstärken von rund einem halben Meter lassen sich gegenüber WDVS-gedämmten Außenwänden keine Raumgewinne erzielen. Eher ist das Gegenteil der Fall. Allerdings kann nunmehr die Wärmespeicherfähigkeit der Ziegel auch in Passivhäusern genutzt werden.

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Über die Umsetzung des Neubaus schreiben Bollinger + Grohmann: „ Entscheidend für das Erreichen eines hohen Energiestandards war auch die Arbeit im Detail. So wurde die Verwendung des Bausteins hinsichtlich seines Wärmeverlustverhaltens in Einzelschritten entwickelt und verbessert. Die verbliebenen Wärmeverluste an Wärmebrücken wurden mittels thermischer Simulationen detailliert nachgewiesen und in der Bilanzierung berücksichtigt. Auch die erreichte Luftdichtheit liegt mit 0,4 h-1 weit unter den Anforderungen einer Passivhausbauweise und war Ergebnis einer sorgfältigen Vermeidung unnötiger Schwächungen der Gebäudedichtheit.“

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