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Vijod Jayasinghe Associates, Sri Lanka, Fabrik

Passivhaus in den Tropen: Fabriksanierung in Sri Lanka

Die Bekleidungsindustrie des südasiatischen Subkontinents war in den letzten Jahren selten für positive Nachrichten gut. Doch allmählich beginnen sich auch hier die Arbeitsbedingungen zum Besseren zu wenden. Als Wegweiser in die Zeit nach den »Sweatshops« soll auch das Innovationszentrum der Star Garment Group außerhalb von Sri Lankas Inselhauptstadt Colombo fungieren. Zugegeben: In der Fabrik werden lediglich neue Produkte entworfen und in Form von Musterstücken hergestellt. Aber das Bauprojekt setzt doch Maßstäbe in Sachen Arbeitsplatzkomfort, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.

Das beginnt bereits bei der Tatsache, dass es sich hierbei um einen Umbau handelt. Das Stahlskelett des Vorgängerbaus blieb erhalten und wurde teils mit raumhohen Isolierglaselementen, teils mit Beton-Hohlblocksteinen ausgefacht. Stahlstützen und Mauerwerk erhielten ein 80 mm starkes Wärmedämmverbundsystem aus EPS-Basis. Um die Dämmung sauber anbringen zu können, mussten die Stützen vorab mit Faserzementplatten verkleidet werden. Das neue Dach besteht aus 120 mm dicken Sandwichpaneelen mit PUR-Dämmkern und äußerer, wärmereflektierender Beschichtung, die die Tropenhitze aus den Innenräumen fernhalten soll.

Im Obergeschoss dienen außen angebrachte, farbige Glastafeln als Sonnenschutz und weithin sichtbares Merkzeichen. Sie sind in vorgehängten Stahlrahmen thermisch getrennt vor den eigentlichen Isolierglasfassaden angebracht. Für Letztere war eine (übrigens aus Europa importierte) Zweifachverglasung ausreichend, um den angestrebten EnerPhit-Grenzwert einzuhalten.

Eine besondere Herausforderung war laut den Planern die Vermeidung von Wärmebrücken. Dies lag daran, dass das Gebäude an einigen Stellen um Freiterrassen und große, Schatten spendende Dachüberhänge ergänzt wurde und Teile des Stahltragwerks nunmehr außerhalb der thermischen Gebäudehülle liegen.

Nicht ganz ohne war auch die Lüftungsplanung. Wie jedes Passivhaus verfügt das Innovationszentrum über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Im Wärmetauscher der Anlage wird die Zuluft zunächst unter die erforderliche Innenraumtemperatur heruntergekühlt und dadurch entfeuchtet. Auf diese Weise schlägt sich das Kondensat gleich in der Lüftungsanlage nieder und nicht erst später in den Büroräumen. Nach der Entfeuchtung wird die Zuluft mit der Abwärme aus den Räumen leicht erwärmt und strömt dann ins Gebäude ein.

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Weitere Informationen:

Energieberatung: Steven Winter Associates
TGA-Planung:
Chandana Dalugoda Consultants, Kosala Kamburadeniya PE
Kostenplanung:
Prasad Jasinghe, VFORM Consultants
Tragwerksplanung:
Ajith Vandebona PE

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