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Passivhaus mit Aussicht

Das Wohnhaus Pichler im Südtiroler Ort Pfitsch vereint höchste Energieeffizienz mit einer für Passivhäuser ungewohnt offenen Architektur. Es ist das erste zertifizierte Passivhaus in Südtirol, das überdies die „Gold-PLUS“-Auszeichnung der Südtiroler KlimaHaus-Agentur erhielt.

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Foto: Arthur Pichler

Es zählt zu den größten Herausforderungen für Architekten, den strengen Auflagen der Passivhauszertifizierung gerecht zu werden und sich dennoch eine gewisse Freiheit in der architektonischen Gestaltung zu erhalten. Das alles entscheidende A/V-Verhältnis (= Verhältnis zwischen Fläche der wärmeabgebenden Außenfassaden und dem Gebäudevolumen) zwingt die Passivhausplaner meist zur sprichwörtlichen „Kistenarchitektur“, die nicht ganz unberechtigt zum Synonym für Passivhäuser geworden ist.

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Foto: Arthur Pichler

Anders liegen die Dinge beim Passivhaus Pichler in Wiesen/Pfitsch. Bei dem von den Architekten Arthur Pichler und Walter Colombi entworfenen Neubau wurden höchste Anforderungen an barrierefreies Wohnen, Nachhaltigkeit, geringen Energieverbrauch, Privatsphäre und Panorama-Freiblick gestellt. Das Wohnhaus mit zwei Wohneinheiten liegt an einem Hang und besitzt separate Zugänge von außen zu allen drei Ebenen.

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Foto: Arthur Pichler

Im Erläuterungsbericht der Architekten heißt es: „Durch die Ausrichtung nach Süden ist ein optimaler Sonnenenergieertrag gewährleistet, das nordseitig tief gezogene Dach bildet hingegen eine wirksame Abschirmung gegen Norden. Die Duplexwohnung in den unteren zwei Geschossen ist durch die Glasfassade auch von außen als Einheit erkennbar. Diese lässt nicht nur viel Tageslicht hinein und eröffnet einen großzügigen Freiblick über den Sterzinger Talkessel, sondern dient im Winter auch zur Erwärmung der Innenräume.

Die Privatsphäre zwischen den zwei Parteien wird durch die Brüstung im Obergeschoss sichergestellt. Diese Sichtbarriere fungiert gleichzeitig als Blumentrog, Regenschutz, Raffstore- und Regenrinnenbehälter. Ihre Geometrie ermöglicht einen maximalen Sonneneinfall und verhindert die Schattenbildung auf den Glaselementen.

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Foto: Arthur Pichler

Die Lüftungs- und Heizanlage mit Wärmerückgewinnung steht im ständigen Wechselspiel mit der thermischen Hülle und liefert Wärme ohne zusätzliche Energiequellen. In seltenen Ausnahmefällen kann ein Pelletofen für die Warmwasseraufbereitung zugeschaltet werden. Innovativ ist auch die Unterlüftung der Untergeschoss-Bodenplatte aus Holz, um deren Trockenheit im Erdreich zu garantieren. Das Gründach unterstützt die Kühlung im Sommer sowie die Wärmedämmung im Winter und dient gleichzeitig zur Regenwasserspeicherung.“

Bauherren: Franz Pichler, Christine Pichler, Arthur Pichler
Architekten: Planungsbüro TAAUT VENTURA (Walter Colombi, Arthur Pichler), Vaarn
Haustechnik:Studio TECASS, Bruneck

Nutzfläche: 401,00 m²
Energiebezugfläche: 261,20 m²
Energiekennwert Heizwärme: 11,5 kWh/(m²a) nach PHPP
Primärenergiekennwert: 71,0 kWh/(m²a) nach PHPP
Konstruktion: Holzbau auf unterlüfteter Bodenplatte im Hangbereich
U-Werte:
Außenwand: 0,10/ 0,11/ 0,12 W/m²K
Dach: 0,11 W/m²K
Boden: 0,08 W/m²K
Fenster: 0,68 W/m²K
Verglasung: 0,5 W/m²K

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