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Passivhaus XXL in Krems

Im niederösterreichischen Krems wurde soeben das größte Passiv-Bürohaus Österreichs eröffnet. Der Entwurf für den großvolumigen Neubau in der kleinteiligen Kremser Altstadt stammt von den Architekturbüros AllesWirdGut und feld72.

Das „Niederösterreich-Haus“ in Krems vereint auf knapp 10.000 Quadratmetern Nutzfläche eine Vielzahl öffentlicher Verwaltungseinrichtungen unter einem Dach. Hier arbeiten unter anderem die Bezirkshauptmannschaft Krems, das Bauamt und das Straßenbauamt der Region sowie der Bezirksschulrat und das Gesundheitsamt des Magistrates Krems.

Schon 2005 hatte sich die Arbeitsgemeinschaft aus AllesWirdGut, feld72 und den Ingenieuren Fritsch, Chiari & Partner (FCP) im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs durchgesetzt; 2009 war Baubeginn und am 13. Mai 2011 konnte der Neubau nun eröffnet werden.

Rupert Steiner
Rupert Steiner

Das Niederösterreich-Haus Krems steht an der Ringstraße um die Kremser Altstadt in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und zur Kremser Innenstadt. Aufgrund der kleinteiligen Umgebung gliederten die Architekten das Bauvolumen in 3 Baukörper; daneben wurde ein Parkhaus mit rund 160 Stellplätzen errichtet. Insgesamt sollen rund 200 Mitarbeiter in dem Neubau ihren Platz finden.

Im Pflichtenheft für den Neubau war ein Heizwärmebedarf von maximal 10 kWh/(m²a) vorgegeben. Dieser konnte mit 9,9 kWh/m²a knapp untertroffen werden. Den Passivhausstandard (15 kWh/m²a) unterbietet das Niederösterreich-Haus dank seines kompakten Gebäudevolumens dagegen deutlich. Hierfür waren zwar ambitionierte, aber keineswegs übertrieben hohe Dämmwerte der Gebäudehülle notwendig: Der U-Wert der Außenwände beträgt 0,15 W/m²K, der des Dachs 0,1 W/m²K und jener der Fenster 0,82 W/m²K. Im Blower-Door-Test wurde ein Wert für die Gebäudedichtigkeit von 0,55 h-1 erreicht.

AllesWirdGut/feld72
AllesWirdGut/feld72

Laut AllesWirdGut senkt die Passivhaus-Bauweise den jährlichen CO2-Ausstoß des Gebäudes (verglichen mit einem Standard-Bürobau, der den geltenden Energievorschriften entspricht) um 100 Tonnen jährlich – das sind in etwa so viel, wie bei der Beheizung von 25 Einfamilienhäusern anfiele.

Noch deutlich höhere – genauer: zehnmal so groß - ist jedoch die CO2-Einsparung in der Gebäudekonstruktion selbst. Indem für alle Betonbauteile sogenannter „Ökozement“ (Hüttensandzement Marke Slagstar mit reduziertem CO2-Gehalt) verwendet wurde, sanken die CO2-Emissionen für den Bau des Niederösterreich-Hauses um 1000 Tonnen.

AllesWirdGut/feld72
AllesWirdGut/feld72
AllesWirdGut/feld72
AllesWirdGut/feld72
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