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Foto: Iwan Baan, courtesy of SO-IL and Bohlin Cywinski Jackson

Pergola für die Künste: Manetti Shrem Museum in Davis

Vor rund 50 Jahren gründete die University of California in der Kleinstadt Davis eine Kunstfakultät, aus der in der Folge internationale Größen wie Bruce Nauman hervorgingen. Öffentlichkeitswirksam in Erscheinung treten will die Fakultät künftig vor allem mit ihrem Museumsneubau am Südrand des Universitätscampus. Das Manetti Shrem Museum wurde von den jungen New Yorker Architekten SO-IL gemeinsam mit dem in San Francisco ansässigen Großbüro Bohlin Cywinski Jackson entworfen.

Namensgeber für den Neubau sind die Großspender Isaac »Jan« Shrem und Maria Manetti Shrem, die rund ein Drittel der Bausumme von 30 Millionen US-Dollar beisteuerten. Der 86-jährige Shrem gilt in der Region als einer der Pioniere der Weinarchitektur: Schon 1984, lange bevor die Gegend durch Architekten wie Herzog & de Meuron bekannt wurde, ließ er sich im Napa Valley etwa 50 Kilometer westlich von Davis ein stattliches postmodernes Weingut von Michael Graves errichten.


Der Entwurf von SO-IL bildet den denkbar größten Kontrast zu Graves’ Giebeln und dorischen Säulen. Eine 5000 Quadratmeter große, wellenförmige Pergola aus weiß lackiertem Stahl und Aluminium überspannt den größten Teil der Baukörper und Freiflächen. Getragen wird sie von 40 Rundstützen aus Stahl, die teils im Freien und teils im Gebäudeinneren stehen. An ihrem niedrigsten Punkt ist die Pergola vier Meter hoch, am Scheitelpunkt ragt sie stattliche elf Meter in die Höhe.


Ausgefacht ist das Stahlskelett mit dreieckigen Hohlkastenträgern aus Aluminium-Lochblech. Insgesamt gut 900 dieser Metallprofile wurden verbaut; davon haben weniger als 20 Prozent die gleiche Länge. Sie sind in unterschiedlichen Winkeln angebracht und ergänzen sich in der Auf- und Untersicht des Dachs zu einem patchworkartigen Licht- und Schattenspiel.


Die Architekten verstehen das Wellendach als Hommage an die Landschaftsstruktur der Umgebung. Das ist ein buchstäblich nahe liegender Vergleich schließen sich doch unmittelbar südöstlich des Museums, jenseits einer Bahnlinie und einer Schnellstraße, die weitläufigen Agrarflächen des kalifornischen Central Valley an.


Das Raumprogramm des Museums – Ausstellungssäle, ein Vortragssaal sowie Räume für Workshops und andere künstlerische Aktivitäten – verteilt sich auf drei Pavillons, die von einem flacheren Foyer mit gekrümmter Structural-Glazing-Fassade verbunden werden. Die geschosshohe Glasfront kontrastiert mit dem gewellten Profil der dunklen Betontafeln, mit denen die Pavillons verkleidet sind.


Ihren eigenen Nachhaltigkeitszielen verpflichtet, strebt die University of California mit ihrem Museum eine LEED-Goldzertifizierung an. Den Berechnungen zufolge liegt der Energieverbrauch des Neubaus 30 Prozent unter dem gesetzlich zugelassenen Grenzwert in Kalifornien. Für die Beleuchtung wurden ausschließlich LED-Leuchten verwendet, die anwesenheits- und tageslichtabhängig gesteuert werden.

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