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Peter Zumthor, Bruder-Klaus-Kapelle, Palmin

Peter Zumthor erhält Großen BDA-Preis 2017

Der Preis, der vom Bund der Deutschen Architekten für bedeutende Leistungen auf dem Gebiet der Architektur oder des Städtebaus alle drei Jahre verliehen wird, erhielten schon solche Architekturgrößen wie Hans Scharoun, Ludwig Mies van der Rohe oder Frei Otto. Zu jüngsten Preisträgern gehören die Architekten Volker Staab, der im Jahr 2011 und Axel Schultes, der im Jahr 2014 ausgezeichnet wurde. Die Architektenvereinigung, die sich seit geraumer Zeit für eine bessere Architektur in der Bundesrepublik einsetzt, gilt als ein Eliteverein: Eine BDA-Mitgliedschaft bedeutet zugleich eine Zusicherung von besonderer architektonischer Befähigung. Peter Zumthor ist ein außerordentliches BDA-Mitglied und der erste ausländische Architekt überhaupt, der den Großen BDA-Preis erhält. 

Die Jury würdigt den selbstbewussten Eremiten aus Haldenstein, dessen architektonisches Werk »die Architektur wieder auf das »Urschaffen« des Menschen zurückführt.« Peter Zumthor weiß wie kein anderer, »was Bauen und Behausen ursprünglich bedeutet«; sein Qualitätsanspruch und insbesondere die Arbeit im Detail »geben seinem Werk eine zeitlose Gültigkeit«, so der Jurybericht. Gelobt wird außerdem die Kompromisslosigkeit des Schweizers: »Lieber verzichtet er auf ein Projekt, als ein klares Konzept aufzugeben.« Eine ähnlich heldenhafte Position kennt man aus dem Film »The Fountainhead«, dem junge Architekturstudierende immer wieder aufs Neue verfallen. 

Aber, wenn auch die Arbeit an einem neuen NS-Dokumentationszentrum und Gedenkstätte in Berlin zu einem planerischen Desaster wurde, konnte Zumthor bis jetzt zwei beispielhafte Bauwerke in Deutschland realisieren: das Diözesanmuseum Kolumba in Köln und die Bruder-Klaus-Feldkapelle am Nordrand der Eifel. Sowohl bei dem Museum als auch bei der Kapelle war ein gutes und freundschaftliches Verhältnis zu den Bauherren zentral für die besondere Architektur, die dadurch entstand. Die Jury lobt die einzigartige »Künstlerpersönlichkeit« des Architekten, der sich »von äußeren Zwängen« und »vermeintlich alternativlosen Standards, Techniken und Abläufen des heutigen Baubetriebs« frei macht. Leider lässt der tatsächliche Arbeitsalltag eine derartige exemplarische Haltung derzeit kaum zu. Damit sich das ändert, müssten zuerst anstelle von Kostendruck, Gesetz- und Sparwahn, welche die Baubranche heute definieren, beispielhafte Bauherren mit Feingefühl für Qualität im weitesten Sinne her.

Eine umfassende Werkübersicht finden Sie hier.

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