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Photovoltaik weiter auf Erfolgskurs

Allen Unkenrufen und allen Diskussionen um die Fördermittelkürzungen zum Trotz: Der deutsche Photovoltaikmarkt prosperiert weiter. Für 2010 rechnet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) mit einem Marktwachstum im In- und Ausland von mindestens 50 Prozent.

Solarwirtschaft, Photovoltaik
Foto: Bundesverband Solarwirtschaft

2009 hatte sich der Markt für Solarstromanlagen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr bereits verdoppelt. Teile der deutschen Solarbranche bangen trotz dieser guten Wachstumschancen um ihre Zukunftsaussichten für den Fall, dass die Solarstromförderung in den nächsten Jahren zu stark gekürzt wird. Diese Einschätzung wird vom Bundesrat geteilt, der in Übereinstimmung mit der Solarbranche aktuell Nachbesserungen in der laufenden EEG-Novelle verlangt. Die Bundesregierung will die Solarstromförderung in den nächsten zwei Jahren um bis zu 42 Prozentpunkte senken, allein in diesem Sommer soll sie um 16 Prozent fallen.

Solarwirtschaft, Photovoltaik
Foto: Bundesverband Solarwirtschaft

„Die deutsche Solarwirtschaft benötigt verlässliche politische Rahmenbedingungen, die den finanziellen Spielraum für zukünftige Investitionen und Innovationen offen halten“, sagte BSW-Solar Geschäftsführer Carsten Körnig auf der Intersolar Europe, der weltweit größten Solarmesse, in München. Die Rückführung der Solarförderung müsse sich am technologischen Fortschritt orientieren, nicht an kurzfristigen Preisschwankungen. Körnig: „Ein zu schnelles oder zu starkes Absenken der Förderung schadet besonders deutschen Herstellern.“ Chinesische Wettbewerber profitierten von Niedriglöhnen, staatlicher Einflussnahme auf Wechselkurse sowie günstiger Kreditvergabe und drängten so auf die europäischen Märkte.

Solarwirtschaft, Photovoltaik
Foto: Bundesverband Solarwirtschaft

Nicht alle deutschen Hersteller profitieren indes von dem noch anhaltenden Boom, im Gegenteil: Die Konkurrenz chinesischer Hersteller macht vielen von ihnen schwer zu schaffen. Einzig Solarworld wird 2010 wohl ein deutliches Wachstum verzeichnen können. Interessant ist auch, wo sich deutsche Hersteller im Markt positionieren werden: Gerade bei kleineren, oft gebäudeintegrierten Anlagen können die deutschen Unternehmen gegenüber der ausländischen Konkurrenz noch deutlich höhere Preise erzielen. Je größer die Anlagen, desto geringer wird der Abstand.

Zu guter Letzt ein Blick auf die Preisentwicklung: Seit Mitte 2006 sind die Preise für PV-Module um 43% und die für komplette PV-Anlagen sogar um 52% gefallen. Daher betrachtet EuPD Research eine Sonderkürzung der Einspeisevergütung, wie sie derzeit im Gespräch ist, grundsätzlich als berechtigt. Eng dürfte es allerdings werden, wenn Ende des Jahres nochmals (wie im Erneuerbare-Energien-Gesetz vorgesehen) gekürzt wird. Dann dürften gerade deutsche Hersteller nicht mehr angemessen „auf ihre Kosten kommen“.

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