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Plusenergie, die zweite: Mehrfamilienhaus in Frankfurt fertiggestellt

Das fünfgeschossige Plusenergiegebäude der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte steht in Frankfurts jüngstem Stadtteil Riedberg, ganz im Norden der Mainmetropole. Seine eigenwillige, fünfeckige Form resultiert aus der Ecklage des Grundstücks, an dem zwei orthogonale Straßenraster mit unterschiedlicher Orientierung aufeinandertreffen. Trotz seiner Randlage im Quartier kommt dem Wohnhaus damit eine Art städtebauliche Scharnierfunktion zu. Sie wird  durch die Tatsache noch verstärkt, dass auf dem Nachbargrundstück vor wenigen Monaten eine neue Grundschule für 500 Schüler fertiggestellt wurde.

Die 17 Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen gruppieren sich um eine großzügige, von oben belichtete Erschließungszone mit offenem Treppenhaus und Aufzug. Jede von ihnen verfügt über eine Loggia; die Fenster können mit Jalousien verschattet werden. An der Gebäudehülle kombinierten die Architekten zwei unterschiedliche Materialien: Wie eine Klammer fassen die mit Faserzementtafeln verkleideten Nord-, West- und Ostfassaden das um 10 Grad geneigte Dach sowie die Südfassade ein. Letztere sind (bis auf die Fensteröffnungen) vollflächig mit 550 Quadratmetern Photovoltaikmodulen belegt, die pro Jahr 86500 kWh Strom liefern sollen.

Der Wärmeschutz der Gebäudehülle orientiert sich an den Anforderungen des Passivhausstandards; eine baurechtliche Vorgabe der Stadt Frankfurt. Die gedämmten Außenwände aus Sichtbeton mit vorgehängter hinterlüfteter Fassadenbekleidung erreichen einen U-Wert von 0,12 W/m2K; ebenso die von unten 24 cm dick gedämmte Geschossdecke über der Tiefgarage. Das Stahlbeton-Pultdach kommt mit 30 cm Dämmung auf einen U-Wert von 0,13 W/m2K.

Im Dachgeschoss des Hauses steht ein Lithium-Eisen-Phosphat-Batteriespeicher mit 60 kWh Kapazität. Er ermöglicht es, den lokal erzeugten Strom auch in den Abendstunden und nachts zu verwenden. Die Wärme für die Fußbodenheizungen und das Warmwasser liefert eine 50-kW-Wärmepumpe. Dank der guten Gebäudedämmung soll sie pro Jahr nur 15000 Strom – und damit ein gutes Sechstel des Photovoltaik-Ertrags – benötigen. Als Wärmequelle für die Wärmepumpe dienen einfache Kunststoff-Rohrregister unter der PV-Anlage sowie ein 120 m3 großer unterirdischer Eisspeicher neben dem Gebäude. Das Wasser darin wird im Sommer durch die Abwärme der Photovoltaik erwärmt. In der Heizperiode wird dem Speicher über ein Wärmetauscherssystem Wärme entzogen, sodass er nach und nach vereist. Dabei wird gezielt die Energie genutzt, die im Phasenwechsel von Wasser zu Eis „verborgen“ ist.

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