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Kirche St. Georg, Hebertshausen, Heim Kuntscher Architekten und Stadtplaner, Foto: Florian Holzherr

Polychrom: Kirche St. Georg in Hebertshausen

1293 erstmals urkundlich erwähnt, wurde St. Georg als spätromanischer Saalbau mehrmals umgebaut. Von der historischen Ausstattung ist allerdings kaum etwas erhalten, sodass sich der Innenraum vor dem Umbau relativ nüchtern präsentierte. Um die Bedeutung von St. Georg als Friedhofskirche zu stärken, erhielt die Kirche in ihrer Längsachse einen neuen Eingang an der Westseite. Weil die Westfassade genau auf der Hangkante steht, musste hier im Außenraum ein Plateau geschaffen werden, auf das man aus der Kirche treten kann. Die Eingangsöffnung und die Unterkonstruktion des Plateaus greifen die Bogenform auf, die sich an den historischen Gebäuden auf dem Friedhofsareal in mannigfacher Gestalt findet: am Netzgewölbe im Chorraum, an den romanischen Fenstern der Kirche, den Rundbogenfenstern des Leichenhauses und nicht zuletzt an einem umlaufenden Zackenfries der Kirchenfassade.

Im Inneren trennte bislang eine Treppe Chorraum und Altar vom Langhaus. Der neue Boden steigt nun vom Westeingang allmählich in Richtung Chor an, sodass nur noch zwei Stufen verbleiben. Stühle anstelle von Bänken sorgen für eine flexible Nutzbarkeit des Raums auch für Konzerte und Lesungen. An der südlichen Innenwand des Kirchenraums finden sich Freskenreste, die vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammen. Da diese Gestaltung heute nicht mehr wiederhergestellt werden kann, entstand die Idee, dem Raum auf eine andere, immaterielle Weise seine Polychromie zurückzugeben: Neue Kirchenfenster tauchen das Innere in buntes Licht. Während die Öffnungen im Chorraum mit opakem Weißglas bestückt sind, entwickelte der Münchner Künstler Jerry Zeniuk für die acht Fenster des Langhauses eine feinsinnige Farbkomposition. Die Zusammenarbeit von kirchlicher und politischer Gemeinde ermöglichte es, ein zukunftsweisendes Gesamtensemble zu schaffen.

Weitere Informationen:

Glaskunst Innenraum: Jerry Zeniuk
Bauphysik: IGS Institut für Gebäudeanalyse und Sanierungsplanung
HLS: Eura Ingenieure Weißmann
Brandschutz: Osterrieder Sobotta Schmidbauer
Lichtplanung: PSLab
Landschaftsarchitektur: Großberger Beyhl Partner

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