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Paris, Sozialwohnungsbau, Avenier Cornejo architectes

Positive Energiebilanz: Sozialwohnungsbau in Paris

Der kompakte, achtgeschossige Baukörper liegt in der Rue Charenton, eine der längsten und ältesten Straßen der französischen Hauptstadt zwischen einem typischen Haussmann-Gebäude und einem Gründerzeitbau mit reich verzierter Klinkerfassade. Der Neubau mit 22 Wohnungen füllt die Baulücke, die ein baufälliges Gebäude hinterlassen hat.  Das Verblendmauerwerk des Neubaus aus hellen Vollziegeln mit Hohlfugen und Ornamenten aus blau glasierten Steinen interpretiert die Architektursprache der Nachbargebäude neu. Ab der fünften Etage ist der Baukörper treppenartig zurückgesetzt. Durch seine Lage im Straßenzug verfügt das Wohnhaus nur über zwei Außenwände an der Nordost- und der Südwestseite.

Im Erdgeschoss finden zwei Ladenlokale Platz, in den Geschossen darüber liegen die Wohnungen mit großzügigen Grundrissen. Die Einheiten reichen von Ein-Zimmer-Appartements bis zu Maisonettes mit vier Zimmern. Die größeren Wohnungen erstrecken sich über die gesamte Gebäudetiefe, so ist eine gute Querlüftung gewährleistet. Alle Räume sind über bodentiefe Fenster natürlich belichtet. Für Sonnenschutz sorgen Läden aus perforiertem, eloxiertem Aluminium. An den Trennwänden zu den Nachbarhäusern bringen schmale Höfe natürliches Licht in die innenliegenden Küchen und Bäder. Im Südwesten, an der Gebäuderückseite, öffnet sich das Volumen zu einem begrünten Innenhof, den die Bewohner gemeinschaftlich nutzen. Auf der Hofseite erweitern Loggien oder Terrassen die Wohnungen nach außen. Ab dem 5.Stock ist den Wohnungen auch an der Straßenfassade ein Balkon vorgelagert. Durch die passive Nutzung der Sonnenenergie, sowie effektive natürliche Belichtung und Belüftung kann Strom für Beleuchtung und Heizenergie eingespart werden.

Auf dem Dach erzeugen Sonnenkollektoren 80% des Stroms, der für Lüftung, Pumpen und Gebäudebeleuchtung benötigt wird. Der Aufzug ist mit einer Anlage zur Bremsenergierückgewinnung ausgestattet, Fallleitungswärmetauscher unterstützen die Warmwasserbereitung und eine Pelletheizung sorgt für CO2-neutrale Wärme.

Die französische Wärmeschutzverordnung erlaubt für Neubauten einen maximalen Primärenergieverbrauch von 50 kWh/m2/Jahr. Je nach Gebäudetyp, Klimazone, Anzahl der Stockwerke und Fläche der Außenwände wird dieser Wert durch eine zulässige Abweichung moduliert. Nachteile, die durch die Lage in den unterschiedlichen Klimazonen entstehen, sollen so ausgeglichen werden. Mit 68,9 kWh/m2/a liegt der Neubau unter dem modulierten, genehmigten Verbrauch von 71,4 kWh/m2/Jahr und weist so eine positive Energiebilanz auf.

Über das Projekt berichten wir in Detail 6.2021.

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