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Prägnantes Raumgefüge: Urbane Villa von pasel.künzel architects

Auf der künstlich angelegten Sandinsel Ijburg im Osten von Amsterdam haben pasel.künzel architects ein schlichtes, reduziertes Wohnhaus entworfen, das besonders durch seine Einfachheit und Detailgenauigkeit besticht.

Architektur: pasel.künzel architects, Rotterdam, Berlin, München
Standort: Grote Rieteilands, Ijburg, NL-1087 Amsterdam

Straßenansicht der urbanen Villa in Amsterdam
Foto: Marcel van der Burg

Das Ufer des Grote Rieteilands ist geprägt von dicht gedrängten Häuserfronten. Die Lage am Wasser ist beliebt, der Blick darauf allerdings selten möglich. Trotz eines strengen städtebaulichen Regelwerks ist es den Architekten gelungen, auf dem Wassergrundstück eine kluge Wohnlösung zu schaffen, die durch ihr klares, elegantes Erscheinungsbild auf sich aufmerksam macht.

Ausblick auf die gegenüberliegende Häuserfront
Foto: Marcel van der Burg

Die Kubatur der urbanen Villa setzt sich aus einem horizontalen Wohnriegel und einem vertikalen Schlafturm zusammen. Auf den oberen beiden Geschossen verteilen sich die Kinderzimmer sowie das Gäste- und Elternschlafzimmer. Der Wohnbereich erstreckt sich ebenerdig und öffnet sich mit einer 12 Meter langen Fensterfront zum wasserseitigen Garten. Die Erschließung erfolgt über einen kleinen eingeschnittenen Hof, der den Übergang zwischen öffentlich und privat zu einer einladenden Geste werden lässt.

Längsschnitt durch den Wohnraum
Längsschnitt, Grafik: pasel.künzel architects
Querschnitt durch den Schlafturm
Querschnitt, Grafik: pasel.künzel architects
Grundriss Erdgeschoss der urbanen Villa in Amsterdam
Grundriss EG, Grafik: pasel.künzel architects
Grundriss 1.Obergeschoss der urbanen Villa in Amsterdam
Grundriss 1.OG, Grafik: pasel.künzel architects
Grundriss 2.Obergeschoss der urbanen Villa in Amsterdam
Grundriss 2.OG, Grafik: pasel.künzel architects
Blick von der Straße in den Hof
Foto: Marcel van der Burg

Die ungewöhnliche Fassade aus horizontal angeordneten, weißen, sägerauen Douglasiebohlen überzeugt durch ihre Einfachheit und Eleganz zugleich. Große schwarz gerahmte Fenster kontrastieren das schlichte Erscheinungsbild und unterstreichen das architektonische Konzept.

Nahaufnahme der Fassade der urbanen Villa in Amsterdam
Foto: Marcel van der Burg

Das Haupttragwerk besteht aus Kalksandsteinwänden und Elementdecken. Trotz der großen Spannweiten und überdimensionalen Öffnungen war keine stählerne Sekundärkonstruktion notwendig. Durch eine leichte Überdimensionierung der Ortbetondecken findet das ausgeklügelte Lüftungssystem ohne Einsatz von abgehängten Decken auf elegantem Weg in der Deckenkonstruktion Platz.

Wohnzimmer der urbanen Villa in Amsterdam
Wohnraum, Foto: Marcel van der Burg
Küchenzeile der urbanen Villa in Amsterdam
Küchenzeile, Foto: Marcel van der Burg
Badezimmer der urbanen Villa in Amsterdam
Badezimmer, Foto: Marcel van der Burg

Die Energieversorgung des Hauses erfolgt mittels einer Wärmepumpe mit Wärmerückgewinnung. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit des künstlichen Areals und der Pfahlgründung als Grundvoraussetzung ist es naheliegend das Erdreich als Energieressource zu nutzen. Das gesamte Gebäude ist mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, die sowohl die Heizung im Winter als auch die Kühlung im Sommer übernimmt.

Anlieferung der Kellerwanne
Baustellenfotos: pasel.künzel architects
Kellerwanne eingepasst zwischen den Pfählen

Eine besondere Herausforderung war es das Gebäude mit einem Keller auszustatten. Mittels eines Spezialtransports wurde eine vorgefertigte, wasserdichte und isolierte Betonwanne angeliefert, die vor Ort sukzessive mit Wasser gefüllt wurde und somit zwischen den Pfählen versenkt wurde. Anschließend wurden Kellerwanne und Fundamentpfähle mit einem Streifenfundament monolithisch miteinander verbunden.

Blick vom Wasser auf die urbane Villa
Foto: Marcel van der Burg

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Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 1+2/2014

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