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Pragmatisches Doppel: Haus Unimog

Die ungewöhnliche Bauaufgabe, eine Werkstatthalle für einen forstwirtschaftlich genutzten Unimog in Verbindung mit einer reduzierten Wohneinheit zu planen, stellte für die Stuttgarter Architekten Fabian Evers und Christoph Wezel eine große Herausforderung dar. Zudem waren ein enger Kostenrahmen von 170.000 Euro sowie die Lage des Grundstücks an einer stark befahrenen Bundesstraße die maßgeblichen Faktoren für den Entwurf.

Architekt: Fabian Evers Architecture mit Wezel Architektur
Standort: Herrenberger Str. 51, D-72119 Ammerbuch
Fotografen:www.sebastian-berger.de, www.michaelschnabel.com

Um die Fläche des Grundstückes optimal auszunutzen und den Wohnraum weg von der Straße und zur Landschaft hin zu orientieren, wurden die Nutzungen gestapelt und das Haus vertikal entwickelt. Die daraus entstandene Zweiteilung ist in der Fassadengestaltung leicht ablesbar: Die Werkstatt im Erdgeschoss ist mit transluzenten Kunststoffplatten verkleidet. Tagsüber herrschen in der lichtdurchfluteten Halle optimale Arbeitsbedingungen, bei Dunkelheit strahlt der Raum als kubischer Leuchtkörper in den Straßenraum. Die Fassade der Wohneinheit im Obergeschoss ist mit anthrazitfarbenen Aluminiumplatten verkleidet. 

Bis auf die Stahlbeton-Bodenplatte handelt es sich bei dem Haus um eine reine Holzkonstruktion. Dank des hohen Vorfertigungsgrades konnte die Bauzeit auf nur drei Monate reduziert werden. Die Holzständerkonstruktion der Wohnung ruht auf sechs, durch Stahlkreuze gegeneinander ausgesteiften Holzstützen.

Im Innenraum spiegelt sich die Einfachheit und die klare Struktur des Hauses in der Oberflächengestaltung wieder: die Innenwände und Decken sind mit weiß lasierten Spanplatten, der Boden mit Schaltafeln bekleidet. Das sichtbare Schraubbild unterstreicht zusätzlich die pragmatische Umsetzung der Bauaufgabe.  

Energiesparende und nachhaltige Aspekte haben bei dem Bauwerk einen hohen Stellenwert. Als nachwachsender Rohstoff spielte der Werkstoff Holz bei der Wahl der Materialien eine wichtige Rolle. Die großzügigen Verglasungen im Wohnbereich und die lichtdurchlässige Fassade der Werkstatt führen durch eine natürliche Belichtung der Räume zu einem minimalen Stromverbrauch. Aufgrund der kompakten Bauweise konnte der Heizwärmebedarf von 5KW/h durch einen mittig im Wohnraum platzierten Holzofen gedeckt werden.

Weitere Projekte zum Thema »Verdichtet Wohnen« lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe
DETAIL 2014/3.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 3/2014

»Konzept« Verdichtet wohnen

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