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Privat-Museum schon nach vier Jahren unter Denkmalschutz

2008 entwarfen querkraft Architekten für den Industriellen und Kunstsammlers Dkfm. Herbert W. Liaunig ein Privatmuseum, das 2012 fertiggestellt wurde. Für 2014 ist eine Erweiterung um gut 2.500 m² geplant.

Architekten: querkraft Architekten, Wien
Standort: Neuhaus 41, A-9155 Neuhaus

Museum Liaunig von querkraft Architekten
Foto: Pawel Ulatrowski

Für den ersten Teil des Museums war querkraft Architekten ein formal anspruchsvolles und stringentes Konzept gelungen, das vier Baukörper umfasst. Aufgrund der topografischen Lage wurden drei Bauteile unter die Erde verlegt. Lediglich der lang gezogene Galerietrakt mit einer Länge von 160 Metern ist für die Außenwelt sichtbar.

Die Baukörper – einschließlich Foyer und einem Werkstattbereich – umfassen im Endzustand gesamt eine Nutzfläche von gut 7.000 m² welche Platz für rund 3.000 Kunstwerke bieten. "Das Ziel, eine kräftige, ikonografische Architektur zu schaffen, die der Kunst den notwendigen Freiraum gibt, wird mit den Erweiterungsbauten noch gestärkt," sagt Jakob Dunkl, Mitinhaber des Wiener Architekturbüros.

Museum Liaunig von querkraft Architekten
Grafik: querkraft Architekten
Museum Liaunig von querkraft Architekten
Foto: Lisa Rastl/querkraft

Jüngstes Gebäude unter Denkmalschutz in Österreich
Normalerweise müssen Gebäude, damit sie unter Denkmalschutz gestellt werden, jahrzehntelang das Stadt- bzw. Landschaftsbild prägen. Das Museum Liaunig wurde bereits vier Jahre nach Fertigstellung im Dezember 2012 seitens des Bundesdenkmalamtes unter Denkmalschutz gestellt. „Viele Architekten erleben es nicht, dass ein von ihnen geschaffenes Gebäude diesen Status erreicht. Wir sehen das aus Bestätigung unseres Entwurfs und Konzepts“, freut sich Dunkl. "Die besondere Bauaufgabe eines Museums weitab urbaner Zentren motivierte uns im Entwurfsprozess dazu, etwas Außergewöhnliches schaffen zu wollen. Die Auszeichnung als Denkmal kommt für uns dennoch überraschend und unerwartet.“

Präsidentin Dr. Barbara Neubauer, Leiterin des Bundesdenkmalamtes dazu: „Die Architektur des Museums Liaunig hat national wie international große Anerkennung erhalten. Der besonderen Herausforderung, das Gebäude in einer hügeligen Landschaft zu realisieren, ist das Architekturbüro querkraft mit größter Sorgfalt nachgekommen. Trotz der verwendeten Materialien Stahl, Glas und Beton fügt sich der Entwurf in das vorhandene Bild und ergänzt dieses.“

Auszug aus dem Bescheid des Bundesdenkmalamtes
Der Natur wurde nicht „von Aussen“ [sic.] gewaltsam ein Stempel aufgedrückt, vielmehr hat man Naturausschnitte als „Landschaftsbilder“ in den Innenraum geholt und den Kunstobjekten gegenüber gestellt. Der Bau gehört zu der ganz kleinen Gruppe von Privatmuseen, die in den letzten Jahren in Österreich verwirklicht wurden. Die Architekten und der Bauherr haben damit bewiesen, dass auch unter strikten ökonomischen Planungsvorgaben eine ästhetisch anspruchsvolle Architektur verwirklicht werden kann, die den aktuellen museologischen Standards voll und ganz entspricht und dabei auch einen sparsamen, nachhaltigen und ökologisch einwandfreien Betrieb erlaubt.

Während der Erweiterung bleibt das Museum geschlossen und ist ab dem Frühjahr 2015 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

www.museumliaunig.at

In Rekordzeit wurde 1998 in Frankreich ein Wohnhaus in Bordeaux von Rem Koolhaas unter Denkmalschutz gestellt - sofort nach Fertigstellung. Koolhaas gestaltete das Wohnhaus für einen körperlich behinderten Bewohner sowohl vollkommen barrierefrei als auch nach zeigenössischen Design-Ansprüchen. Dies führte zu einer Mischung technischer wie architektonischer Kuriositäten.

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