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Raffinierte Museografie für das neue Musée Magritte in Brüssel

Erco, Museum, Magritte
Foto: Erco/Dirk Vogel

Im Sommer 2009 eröffnete in Brüssel das neue Magritte-Museum: das neoklassizistische Hotelpalais Altenloh des Architekten Balat aus dem Jahr 1779 wurde stilvoll restauriert und mit der aktuellsten Museumstechnik ausgestattet. 2500 m² Fläche erstrecken sich über fünf Etagen. Mitten im Gebäude liegt die großzügige zweiläufige Treppenanlage, die Aus- und Durchblicke in die darüber und darunter liegenden Stockwerke erlaubt. Die rechts und links davon platzierten Aufzugs- und Versorgungsblöcke verschwinden komplett hinter dunkel getönten Betonwänden. Auch Deckenuntersichten, Treppenbrüstungen und die meisten Einbauten sind dunkel gehalten. Die Bodenbeläge dagegen, auch auf der Treppe, sind reflexionsfreundlich hell materialisiert in Travertin oder Eichenparkett. Eine große Tageslichtschneise wurde dem Gebäude geschenkt; auf der Rückseite zieht sich in der Treppenachse eine komplett verglaste Fassade vom zweiten Obergeschoss hinab bis in das erste Untergeschoss. Im zweiten Untergeschoss wird diese Idee als große viereckige Deckenöffnung transformiert.

Der Architekt und Szenograf Winston Spriet, der sich intensiv mit dem Werk Magrittes auseinandersetzte, entwickelte eine spannende und moderne didaktische Museografie, die Magrittes Werk sowohl über einen chronologischen als auch einen thematischen roten Faden erschließt. In den Ausstellungsräumen implantierte Spriet komplett durchgestaltete »Black Boxes«, die als Träger der Exponate fungieren. Eingestellte Wandpaneele mit einem dunklen Brandschutzüberzug schließen das Tageslicht aus. Ausstellungselemente wie kleine Vitrinen und Plasmabildschirme sind dort perfekt integriert. Die Decken sind abgehängt; ein umlaufender abgestufter Deckenfries nimmt verdeckt die 3-Phasen-Stromschienen auf, an die filigrane Erco-Strahler für 12-V-Halogenlampen in entsprechenden Ausstrahlungswinkeln adaptiert werden. Für einen intensiven Effekt sind jedem Gemälde jeweils zwei Strahler zugewiesen: ein Optec Strahler 100?W mit einem 26°-Floodreflektor dient – ausgestattet mit einer oval aufziehenden Skulpturenlinse – der weichen Aufhellung des Objekts. Präzises Akzentlicht setzt ein Pollux-Strahler-50 W, dessen Lichtkegel mittels eines Konturenschiebers in Form und Größe exakt auf die Exponatfläche abgestimmt wurde. Die Deckenmitte springt hinter dem umlaufenden Scheinunterzug des Deckenfrieses um 50 cm hoch. Auch hier können nach Bedarf Stromschienen und Strahler zurückgesetzt positioniert werden. Es werden nur exakt die Exponate angestrahlt und damit gleichsam zum Leuchten gebracht. Die Lichtwerkzeuge liegen hoch abgeblendet im Deckendunkel; die Wandflächen sind ebenfalls dunkel.

Sorgfalt legte Spriet auch auf die Kunstlichtinszenierung der zentralen Erschließungsachse. Die Podeste der zweiläufigen Treppenanlage weiten sich zu großzügigen Zwischenräumen der Ausstellungskabinette. Spriet kombiniert hier Strahlerleuchten, Deckeneinbaudownlights und Wandfluter, bestückt mit 70-W-Halogen-Metalldampflampen oder 100-W-Niedervolt-Halogenlampen. Beide Leuchtmittelarten verfügen über brillantes Licht, das die Materialqualitäten eindrucksvoll hervorhebt. In den Thekenzonen variiert er dieses Konzept mit verdichteten Linien aus Erco-Gimbal-Einbaustrahlern für 50-W-Niedervolt-Halogenlampen. Im großen Veranstaltungssaal ist eine achtteilige Bildfolge wie ein monumentaler PopArt-Kronleuchter in Form von acht Leuchtboxen unter der Decke montiert. Breit strahlende Erco-Gimbals sorgen hier mit 100-W-Niedervolt-Halogenlampen für komfortables, dimmbares Licht.

Foto: Erco/Dirk Vogel
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 12/2009

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