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Foto: Dylan Perrenoud

Rahmen für Räume: Holzpavillon in Lausanne

Das erste Jahr hält für Studenten der EPFL große Aufgaben bereit. Der Lehrstuhl Alice ist bekannt für umfassende Raumforschung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Er begleitet seit 2010 in Lausanne die Neuankömmlinge der Architekten. Raum wird dort als Schnittstelle für Menschen betrachtet, als bespielte Umwelt. Die Lehre von Alice Studio ist stark mit der laufenden Forschung verbunden und basiert auf Analysen, empirischen Daten und dem erworbenen Wissen. Trotzdem schließt sie keineswegs Innovation oder sogar spekulative Prozesse aus. Das manifestiert sich deutlich in dem Mut und dem Vertrauen, ein Projekt dieses Ausmaßes in Angriff zu nehmen – noch dazu mit über 200 Studenten auf einmal.

Eine Holzrahmenkonstruktion von 11 x 11 x 11 Metern galt es zu füllen. Dazu wurden die Studenten in Gruppe zu je 18 Personen aufgeteilt. Zwölf Mitglieder von Alice betreuten die Gruppen bei ihren Entwürfen für ihr Segment des Würfels. Ob nun Aufenthaltsräume oder Durchgänge, eine Veranda, Treppen oder Flure geschaffen wurden, war freigestellt. Ziel war es, Verbindungen zu schaffen und die Wirkung des entworfenen Raumes auf die Besucher zu erproben. Das Ergebnis ist so vielfältig, wie seine Entwickler: begrünte, verschattete und auskragende Elemente neben Treppen über Wasser und einer Bodenfläche aus gespanntem Netz.

Die Krönung der Installation ist jedoch, dass alles aus ein und demselben Material gebaut wurde. Jede Gruppe hatte 100 fünf Meter lange Holzbohlen zur Verfügung und 100 vier Meter lange in je zwei verschiedenen Querschnitten. Diese Einschränkung stellte neben dem zeitlichen Rahmen eine weitere Herausforderung dar. Sie führte dazu, dass ein reger Austausch unter den Gruppen über den Holzverbrauch stattfand und die Kooperation nur noch enger wurde. Die Beschränkung auf ein Baumaterial und die Offenheit der Konstruktion verleihen dem Pavillon eine besondere Ausstrahlung. Maschinell doch keineswegs unpersönlich – ephemer aber trotzdem solide.

Der Raum wird bei Alice von verschiedenen Standpunkten betrachtet: architekturtheoretisch, philosophisch, phänomenologisch aber auch technisch, physisch. House 1 ist die Raum gewordenen Vielschichtigkeit, welche diese Lehre prägt und trägt.

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Weiter Informationen:

Team: ALICE Studio - Erstsemesterstudenten 2016, Dieter Dietz, Daniel Zamarbide, Raffael Baur, Edouard Cabay, Laurent Chassot, Nicolas Durr, Margherita Del Grosso, Alexa den Hartog Stéphane Grandgirard, Patricia Guaita, Agathe Mignon, Andrea Pellacani, Laura Perez Lupi, Anne-Chantal Rufer, Jaime Ruiz, Wynd van der Woude with Thibaud Smith
Ingenieur Holzkonstruktion: Rémy Meylan
Verbaute Materialien: 15000 laufende Meter Holz,  20000 Schrauben, 150 Betonfliesen

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