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Rangliste über Erdwärme-Leistung der Bundesländer bekannt gegeben

Anfang Oktober 2010 wurden in Berlin die Bundesländer mit der höchsten Erdwärme-Leistung gekürt. Neben dem Gewinner Brandenburg landeten auch Bayern und Schleswig-Holstein auf den vorderen Plätzen der erdwärmeLIGA. Berlin, Hamburg und Bremen hingegen können Erdwärme nicht optimal nutzen.

In ihrer Dankesrede verwies die brandenburgische Umweltministerin Anita Tack auf die Vorreiterrolle, die ihr Bundesland beim Einsatz erneuerbarer Energien einnimmt: „Wir haben unsere Energiepolitik konsequent auf erneuerbare Energien ausgerichtet, auch Geothermie spielt bei uns eine wichtige Rolle. So eine Auszeichnung zu erhalten, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Den Initiatoren der erdwärmeLIGA, die vom Bundesverband Geothermie und vom Bundesverband Wärmepumpe unterstützt werden, liegen die Daten der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderten Erdwärmepumpen für das Jahr 2009 zu Grunde. Demnach wurden in Brandenburg 1.038 geförderte Erdwärmeanlagen mit einer Gesamtleistung von 8.669 kW installiert. Im zweitplatzierten Bayern waren es 3.727 Anlagen mit insgesamt 39.490 kW. Die Schleswig-Holsteiner landen mit 785 Anlagen und 6.929 kW auf Platz drei.
Nordrhein-Westfalen, das den vierten Platz belegt, errichtete mit Hilfe staatlicher Förderung sogar 4.194 Anlagen mit 40.683 kW Leistung – mehr als Bayern. Warum dennoch Brandenburg gewonnen hat, erklärt Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe und Mitglied des Expertengremiums der erdwärmeLIGA: „Die erdwärmeLIGA setzt die installierte Leistung ins Verhältnis zu den Einwohnern eines Bundeslandes – so lässt sich das Ergebnis zwischen größeren und kleineren Bundesländern besser vergleichen.“

In das Ergebnis werden nur Anlagen miteinbezogen, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gefördert wurden. Insgesamt handelt es sich dabei um 17.200 Anlagen mit 170 MW, während 2009 im gesamten Bundesgebiet bereits 30.400 erdgekoppelte Wärmepumpen mit einer Leistung von 365 MW installiert wurden.
„Das ist schon ein gutes Ergebnis, zeigt aber auch, dass die Förderpolitik in diesem Bereich neu überdacht werden muss – Deutschland kann bei der Nutzung von Erdwärme noch vielmehr leisten“, kommentiert Dr. Burkhard Sanner, Vize-Präsident des GtV-Bundesverbands Geothermie, die Zahlen.

Niedrige Ergebnisse zeigten die Stadtstaaten. Eine Erklärung für das vermeintlich schlechte Abschneiden der Hauptstadt liefert Rüdiger Grimm, Geschäftsführer der erdwärmeLIGA: „Echte Verlierer gibt es nicht. Die Ursachen für die Platzierung Berlins sind in erster Linie die wasserrechtlichen Randbedingungen: Ein Großteil der Fläche der Stadt ist als Trinkwasserschutzgebiet ausgewiesen. Eine Erdwärmenutzung ist somit nicht möglich. Das heißt jedoch nicht, dass es in der Hauptstadt keine großen Erdwärmeprojekte gibt.“ Zudem seien Berlin, Bremen und Hamburg auf Grund ihrer dichten Besiedelung benachteiligt, da das Punktesystem der Liga die installierte Erdwärmeleistung ins Verhältnis zur Bevölkerungsgröße setzt.

Während in diesem Jahr nur die besten Bundesländer gekürt wurden, sollen im nächsten Jahr auch genügend Daten für Landkreise und Städte zur Verfügung stehen. Dann wird es auch möglich sein, innerhalb eines Bundeslandes die aktivsten Erdwärmenutzer hervorzuheben.


Website der erdwärmeLIGA

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