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Daniel Hofer

Raumbildend: Bürorevitalisierung von Andree Weißert

Mit rund 30 originalgetreuen und lizensierten Bauhaus-Reeditionen ist Tecta heute der größte Anbieter von Original-Bauhaus-Modellen. Produziert wird noch immer ausschließlich in der rund 3000 Einwohner zählenden Gemeinde Lauenförde im Weserbergland. Eine zukunftsträchtige Nische sehen die Geschäftsführer Axel Bruchhäuser und sein Neffe Christian Drescher in der individuellen Anpassung der Produkte an die Wünsche der Kunden. In der eigenen Tischlerei, Schlosserei, Polsterei und Flechterei fertigen aktuell ca. 35 Angestellte den Gropius-Sessel F51 oder den Tecta-Kragstuhl nach Maß — mit anderen Stoffen und Farben, sowie moderat variierenden Proportionen.

Reduzieren lassen will sich Tecta auf das Geschäft mit den Neuauflagen jedoch nicht. Das Portfolio wird deshalb regelmäßig mit Produkten zeitgenössischer Designer erweitert. Dazu gehören seit 2013 auch die Arbeiten eines gelernten Zimmerers und Architekten, der Möbel als raumbildende Elemente begreift, Entwürfe konstruktiv denkt und ein Faible für spezifische Lösungen mitbringt: Andree Weißerts Vorstellungen passten so gut zur Tecta-Philosophie, dass er nun auch mit der Neugestaltung der Büro- und Produktionsräume betraut wurde.

Die vorgefundene Bausubstanz, ein kostengünstig errichtetes Holzständerwerk aus den 1950er-Jahren, war sanierungsbedürftig und in einem energetisch absolut unzureichenden Zustand.
Auf der anderen Seite standen bauliche Interventionen namhafter Gestalter wie die prismatisch geformten »Porches« von Peter und Alison Smithson aus den 1980er-Jahren oder ein Besprechungsraum von Stefan Wewerka. Andree Weißert entschied sich, vorhandene Qualitäten weitgehend unangetastet zu lassen, bauliche und räumliche Defizite jedoch einer gründlichen Verjüngungskur zu unterziehen.

Wie selbstverständlich die verschiedenen Zeitebenen nun ineinandergreifen, zeigt sich am deutlichsten im Eingangs- und Verwaltungsgebäude. Aus den vormals isolierten Zellenbüros formt Andree Weißert einen allseitig durchlässigen Open Space, der auf Austausch und visuelle Verknüpfung setzt. Ganz pragmatisch bleibt dabei die bestehende Schrankwand erhalten. Blau lackiert wird sie zum neuen attraktiven Rückgrat für die frei im Raum stehenden, mit Licht akzentuierten Regalelemente aus Holz. Dazwischen entstehen differenziert ausformulierte Büroinseln, die sowohl konzentrierte Einzelarbeit als auch Besprechungen ermöglichen. Der neu strukturierte Raum kann von einer durchlaufenden kommunikativen Sitzbank aus in seiner Gesamtheit erlebt werden. 

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