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Results alpitecture code 4-12

Aus den Ideen-Workshops mit 31 international tätigen Architekten im März 2012 in Meran sind nun die »Results« veröffentlicht. »Wie stellt sich Südtirol auf der EXPO 2015 in Mailand dar?« war die große Frage.

Im Rahmen der mehrtägigen Veranstaltung mit Exkursionen, Konferenz und Workshops arbeiteten drei Architektengruppen parallel an Variationen der Aufgabenstellung: der Präsentation Südtirols bei der Weltausstellung in Mailand.

Gruppe 1 – Konzeption eines Ausstellungspavillons
Die erste Gruppe konzipierte einen Ausstellungspavillon für Südtirol auf dem Gelände der EXPO. Im Diskurs der Aufgabe spaltete sich die Gruppe in zwei Teams. Beide Teams rückten das Thema Apfelanbau in den Mittelpunkt ihrer Konzeption.

Team A: Halbmittag
Der Apfel hat in Südtirol einen hohen Stellenwert. Seine Produktionsflächen in den Tälern sind weit sichtbar, ebenso die riesigen Lagerhallen der Genossenschaften. Für die Bauern und Arbeiter im Apfelhain ist »Halbmittag« die Pause zwischen Morgen und Mittag. Eine Tradition, die Bestandteil des sozialen Lebens ist und damit Teil der Kultur. Dieses Innehalten und sich im Apfelhain zurückziehen ist Thema des Pavillons. Das Team möchte mit einem Ruhepunkt in der reizüberflutenden Materialschlacht der EXPO einen starken Eindruck bei den Besuchern hinterlassen. Eine terrassierte Apfelanbauwiese steigt entlang der Promenade auf und lädt zum Verweilen ein. Die in Naturstein angelegten Terrassen bieten Sitzmöglichkeiten. Apfelspaliere präsentieren die Kultur und sind optisches und kulinarisches Signal. Ein feiner Wassernebel bietet Kühlung während Soundglocken Südtirol akustisch wiedergeben.

alpitecture code 4-12, Workshopgrupe 1 A, Konzeption eines Ausstellungspavillons
alpitecture code 4-12, Workshopgrupe 1 A, Konzeption eines Ausstellungspavillons

Team B: Apfelhain
Der EXPO-Besucher wird von einem für Südtirol typischen Apfelhain empfangen. Rund 300 circa vier Meter hohe Apfelbäume werden in engen Reihen gepflanzt durch welche die Besucher in die Parzelle Südtirols eintreten. Die drei nicht der Erschließungsstraße zugewandten Seiten der Parzelle werden mit verspiegelten Wänden eingefasst, so dass sich dem Besucher das Bild einer unendlich wirkenden Landschaft zeigt. Die diesem Bild innewohnende Ruhe erzeugt den unverwechselbaren Charakter des Pavillons als Ort der Erholung und Besinnung. Mitten im Apfelhain befindet sich ein kleiner, würfelförmiger Baukörper, das »8-Prozent-Haus«, dessen Außenwände ebenfalls verspiegelt sind. Das Haus verweist mit seiner Grundfläche auf den besonderen Landschaftsraum Südtirols, der nur auf ca. 8 % seiner Fläche besiedelbar ist. Über eine 360°-Panoramaprojektion im Inneren bekommen die Besucher weitere visuelle Eindrücke von dem Land. So werden die für Südtirol typischen Themen Natur, Landwirtschaft, Tourismus und Handwerk zu einer Komposition verwoben.

alpitecture code 4-12, Workshopgrupe 1 B, Konzeption eines Ausstellungspavillons

Gruppe 2 – Konzeption einer kleineren Ausstellungsfläche
Auch die zweite Gruppe teilte sich in zwei Teams. Deren Aufgabenstellung war es auf einer weniger großen Fläche einen maximal zweistöckigen Pavillon zu entwickeln, der auch in einer Halle aufgebaut werden kann. Beide Teams legten den Schwerpunkt in eine Raumfolge, die in der Gestaltung emotional auf Südtirol einstimmt. Landschaft und Genuss bilden den Rahmen der architektonischen Inszenierung.

Team A: Kraft der Berge
In Form eines gewaltigen, klar geometrischen Felsblocks aus geschichtetem Dolomit wird innerhalb der Weltausstellung Ruhe, Klarheit, Kargheit und die Magie der einzigartigen Südtiroler Bergwelt suggeriert. Nichts Zartes, Niedliches, sondern ein gewaltiger Block, der die Kraft der Südtiroler Alpen in sich trägt.

Der Besucher betritt diese Bergwelt durch eine enge Felsspalte und macht sich auf den Weg, um Südtirol zu entdecken. Die Räume sind eine Abwicklung von thematischen und spezifischen Orten: Die Berge, Technik zur Eroberung der Berge, Seilbahnen, Handwerk, Landwirtschaft etc. Sinneskammern ergänzen die Raumfolge. Gerüche und Bilder vermitteln dort den Genuss, den das Land zu bieten hat: Bergklänge, Geruch von Holz, das Heu einer Bergwiese, Genuss von Wein, Speck, Obst. Dieser innere Rundweg durch Südtirol beginnt im Tal und endet auf dem Berg, dem Dach des Pavillons.

alpitecture code 4-12, Workshopgrupe 2 A, Konzeption eines kleinen Ausstellungspavillons
alpitecture code 4-12, Workshopgrupe 2 A, Konzeption eines kleinen Ausstellungspavillons

Team B: Foodscape By Alpen Gourmets Architects
Eine Wanderung aus den Städten über die Almen auf die Berge führt das Publikum zum Gipfel der Genüsse. Dies ist die Zielsetzung bei der Gestaltung des Pavillons, der sich als gebaute alpine Landschaft darstellt. Die Ebenen im Tal, Alm und Berg werden ausgebildet, um dort den Gästen die Art des Wirtschaftens in Südtirol zu verdeutlichen. Land schafft Wirt – Land wird schafft. Diese Worte stehen exemplarisch für den Inhalt der Ausstellung. In Südtirol ist die Art der Flächenwidmung prozentual erfasst. Um zu verdeutlichen, wie viel Fläche überhaupt für den Anbau von Lebensmittel, die Wirtschaft und bauliche Maßnahmen nutzbar sind, wird die Fläche des Pavillons entsprechend der Zuordnung der definierten Flächen konzipiert.

alpitecture code 4-12, Workshopgrupe 2 B, Konzeption eines kleinen Ausstellungspavillons
alpitecture code 4-12, Workshopgrupe 2 B, Konzeption eines kleinen Ausstellungspavillons

Gruppe 3 – Konzeption einer Intervention
Die dritte Gruppe hatte die Aufgabe eine Interaktion zu entwickeln, die während der EXPO 2015 auf Südtirol aufmerksam macht ohne eine standortgebundene Fläche in Anspruch zu nehmen.

Panorama Südtirol / Stille Berge – singende Bäume
Südtirol ist eine Region der Überlagerungen, besonders offensichtlich wird dies in den Sektoren Kultur und Wirtschaft. Es ist das Land der privilegierten Vielfalt, entstanden aus einer Autonomie, die im Streben der Einwohner liegt. Diese sind gastfreundlich, lebensfroh und zuverlässig. Diese Überlagerungen von Situationen sollen auf der EXPO 2015 präsentiert werden.

Klappbare und fahrbare Bühnenbilder zeigen plakative Bilder von Südtirol wie Die-Drei-Zinnen, die Fassade eines typischen Bauernhofes, einen Apfelhain, eine Kellerei, einen Speck. Diese Bühnenelemente wandern den ganzen Tag auf dem Cardo, der Achse auf der sich Italien präsentiert. Treffen zwei Bühnenelemente aufeinander, beginnen diese eine Interaktion. Weitere Bühnenbilder kommen hinzu. Die Interaktion wird von Schauspielern und Hostessen ausgeführt. Sie verkörpern die Bewohner und inszenieren ein besonders Ereignis im Land. Das Aufeinandertreffen der Bühnenbilder und der Beginn des »Spiels« ist nicht exakt vorbestimmt. So ist jedes »Spiel« einzigartig und ein wahres Erlebnis.

alpitecture code 4-12, Workshopgrupe 3, Konzeption einer Intervention
alpitecture code 4-12, Workshopgrupe 3, Konzeption einer Intervention

Review alpitecture summit 2012
Erstmalig in diesem Jahr fand im KiMM Meran der eintägiger Kongress – alpitecture summit 2012 – statt, der auf großes Interesse bei Architekten und Experten in der Alpenregion stieß. Ein Kongresstag mit dem Thema »Länderübergreifende Projekte in der Architektur der Alpenländer und darüber hinaus«. Die Vorträge der erfahrenen Architekten hatten zum Ziel wesentliche Faktoren aufzuzeigen, die eine Rolle spielen, um Architektur im europäischen Alpenraum umzusetzen und internationale Netzwerke zu generieren. Unter der Moderation von Martin Mutschlechner, stadtlabor Innsbruck, referierten und diskutierten beim alpitecture summit:

  • Prof. Oswald Zoeggeler, Studio Zoeggeler, Bozen
    Unterschiede in der Architektursprache und der Erfolg von Gestaltungsbeiräten.
  • Felix Eisenbrand, Allmann Sattler Wappner, München
    Architekturqualität trifft kulturelle Mentalität - von den Alpen über Spanien bis Kuwait.
  • Michael Obrist, feld72, Wien, Bozen
    Motivation und Begeisterung tragen den Projekterfolg.
  • Oliver Baldauf, Baumschlager Hutter Partner, Dornbirn, Widnau, Wien
    Die subjektive Auffassung von Qualität im Bauwesen.
  • Jens Oberst, KohlmayerOberst Architekten, Stuttgart
    Vom Wettbewerb zur Realisierung. Wenn der Bauherr eine italienische Behörde ist.
  • Felix Bembé, Bembé Dellinger Architekten, Greifenberg
    See ist nicht gleich See - Ein bayerisches Architekturbüro baut in Österreich, Italien und der Schweiz.
  • Heike Schlauch, raumhochrosen, Bregenz
    Innenraumgestaltung. Klare Rahmenbedingungen - sicherer Projektverlauf?
  • Much Untertrifaller, Dietrich | Untertrifaller Architekten, Bregenz, Wien, St.Gallen
    Differenzierte Kommunikation - regionale Unterschiede in der Realisierung von Projekten.

 

 

Review alpitecture summit 2012 als PDF-Download

 

 

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