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Miller House, Palm Springs, 1936/37, Richard Neutra

Richard Neutra - Wohnhäuser in Kalifornien

Obwohl Richard Neutra (1892-1970) zu den international erfolgreichsten österreichischen Architekten des 20. Jahrhunderts gehörte, sind seine Bauwerke hierzulande kaum bekannt. Der Großteil seiner rund 300 Bauten wurden in seiner zweiten Heimat Kalifornien errichtet, wo er seit den 1920er-Jahren lebte. Dort wurde er Begründer einer genuin amerikanischen Moderne. Neutra war zum einen von der hochentwickelten industriellen Fertigungen in den USA begeistert, befasste sich zusätzlich mit Physiologie, Psychologie und Verhaltensforschung. Ziel war es, eine neue humanistische Architektur zu schaffen. Offene Grundrisse, leichte Konstruktionen und eine enge Beziehung zur umgebenden Landschaft zeichnen Neutras Bauten aus. Der Mensch sollte nach Neutra möglichst "naturnah" leben. Die Wohnhäuser folgen einem strengen System und sind zugleich auf individuelle Wohnbedürfnisse ausgerichtet.

50 Jahre nach Neutras Tod setzt sich das Wien Museum mit dem Werk und der Wirkung des Architekten auf zwei unterschiedlichen Ebenen auseinander: Die Fotografien von David Schreyer zeigen neun Wohnhäuser Neutras, die auch heute noch durch ihre Raumökonomie, gestalterische Qualität und Funktionalität  vorbildlich sind. Ergänzend dazu wird auf einer historischen Achse Neutras wechselhafte Beziehung zu seiner Heimatstadt Wien dargestellt.

Die in der Ausstellung präsentierten Häuser sind in der Zeit von 1936 bis 1966 entstanden. Räumlich liegt der Schwerpunkt auf Los Angeles und dem Stadtviertel Silver Lake, wo zahlreiche Bauten des Architekten sowie sein eigenes Wohnhaus vorzufinden sind. Die Häuser zeigen Neutras Können im Einfamilienhausbau und vermitteln das strikte architektonische System, das zugleich große Vielfalt und individuelle Abwechslung möglich macht. Die Einfamilienhäuser standen nach dem Zweiten Weltkrieg für das neue Wohnen der Mittelschicht. Heute sind viele der Häuser Neutras Luxusobjekte, die aufgrund der rasant steigenden Grundstückspreise in Los Angeles in der Immobilienwirtschaft als unrentabel eingestuft werden und daher oft vom Abbruch bedroht sind. Die Eigentümer der Häuser sind nicht selten zugleich auch ihre Retter. So erzählen die Häuser der Ausstellung nicht nur von der Geschichte des modernen Wohnens, sondern auch von seiner radikalen Ökonomisierung in der heutigen Zeit.

Die Häuser der Ausstellung:
Miller House, Palm Springs, 1936/37
Strathmore Apartments, Westwood, Los Angeles, 1937
McIntosh House, Silver Lake, Los Angeles, 1937-1939
Freedman House, Pacific Palisades, Los Angeles, 1949
Wilkins House, Pasadena, 1949
Oyler House, Lone Pine, 1959
Kambara House, Silver Lake, Los Angeles, 1959-1961
Ohara House, Silver Lake, Los Angeles, 1961
VDL II Research House, Silver Lake, Los Angeles, 1965/66

Zur Ausstellung erscheint die Publikation:
"Los Angeles Modernism Revisited. Häuser von Neutra, Schindler, Ain und Zeitgenossen" von David Schreyer und Andreas Nierhaus
Zürich: Park Books, 2019

Vom 1.- 3. April 2020 findet eine Tagung mit dem Titel "California Dreaming: Richard
Neutra and the Significance of Californian Modernity" in Wien statt.
Veranstaltet wird sie vom IFK - Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften, der TU Wien und dem Wien Museum.
Konzept: Johanna Richter (IFK), Oliver Sukrow (TU), Andreas Nierhaus (Wien Museum)

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