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Herzog & de Meuron, Erik Steinbrecher, Erica Overmeer, Uster, Zellweger-Park

Robuster Nachklang eines Industrieareals: Wohntürme in Uster

Der insgesamt 32 Wohneinheiten umfassende, robuste Betonkubus steht leicht gedreht zu seinen Nachbargebäuden in der Parklandschaft des Zellweger-Parks und hat somit die optimale Ausrichtung zur Sonne hin. Die offenen Grundrisse der 4,5- und 5,5-Zimmerwohnungen sind über Eck organisiert und bieten somit in jeweils zwei Himmelsrichtungen Aussicht auf den Greifensee, die Alpen, den Herterweiher oder zum Schloss Uster.

Die Küche fungiert als zentraler Verteiler zu den fließenden Raumfolgen, wodurch in den Wohnungen komplett auf Flure verzichtet werden konnte. Auch die Haupterschließung beruht auf dem Prinzip der Wohnraumoptimierung: Zwei mittig angeordnete Aufzüge befördern die Bewohner von der Eingangshalle aus direkt in die eigene Wohnung, wodurch auch hier unnötige Flurflächen wegfallen. Das gemeinschaftliche Treppenhaus wird nach außen an die »Würfelecken« verlagert und in vier runde Türme mit je einer Wendeltreppe aufgeteilt.

Die burgartigen »Erker« des achtgeschossigen Wohn-Würfels erinnern, in Bezug auf das ehemalige Industrieareal, an das goldene Zeitalter der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Durch den rasanten technologischen Fortschritt sprossen damals Turmbauten in Rekordzeit hervor. Zum einen verliehen sie dem jeweiligen Ort eine exponierte Lage und zum anderen waren sie nicht nur hübsch anzusehen, sondern verfügten obendrein über eine wesentliche, der Stadt dienliche Funktion.  

Auch Herzog & de Meuron haben ihre gewendelten Treppentürme um eine zusätzliche Nutzung ergänzt: An die direkte Erschließung vom Park aus, welche den starken Bezug zur Natur betont, sind sichelförmige Loggien gekoppelt. Der liebevollen Ausstattung dieser ist es zu verdanken, dass sie als erweiterter Wohnraum angesehen werden können. Weiße Holzzäune - entworfen von dem Künstler Erik Steinbrecher – ersetzen die sonst übliche Brüstung, wobei die »schönere« Seite den Bewohnern zugewandt ist. Hinzu kommen weiße Vorhänge und eine Sommerdusche was eine wohnliche Atmosphäre im Außenraum schafft.

Die gesamte Fassade des Wohnkubus ist rau, unveredelt, vor Ort mit der günstigsten Schalung gegossen und nur an den technisch nötigen Stellen ausgebessert. Wegen der sehr kompakten Bauweise sind die Fenster, trotz der heutigen energetischen Anforderungen, ansehnlich großformatig gestaltet.
Besonders das einfach gefertigte, robuste Erscheinungsbild lässt einen Nachklang des ehemaligen Zellweger-Industrieareals vernehmen.

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Weitere Informationen:


Ausführungsplanung: Januar 2013 – September 2015
Bauherrenvertreter: Odinga und Hagen AG
Künstler: Erik Steinbrecher
Bauleitung: B+P Baurealisation AG
Elektroplanung: Pro Engineering
Haustechnik: Waldhauser + Hermann AG
Landschaftsarchitektur: Hager Partner AG
Tragwerksplanung: Schnetzer Puskas
Bauphysik: Zimmermann + Leuthe GmbH
Grundstücksfläche: 4.400 m2
Gebäudegrundfläche: 690 m²
Gebäudevolumen: 21.220 m3


Fotografin: Erica Overmeer

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