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Studierendenheim im Sheffield, Whittam Cox Architects, Foto: Jack Hobhouse

Rosa Schimmer auf Beton: Studierendenheim im Sheffield

1961, bei seiner Fertigstellung, galt Park Hill als revolutionäres, ambitioniertes Vorbild für englische Wohnsiedlungen der Zukunft. Die vier mäandernden Riegel waren über Brücken und breite Laubengänge – Streets in the Sky – untereinander verbunden. Der Entwurf von Jack Lynn und Ivor Smith orientierte sich an der Unité d’Habitation und den Konzepten von Alison und Peter Smithson. Mit dem Zusammenbruch der Stahlindustrie in den 1980er-Jahren, damals dem größten Wirtschaftszweig in Sheffield, ging den Behörden das Geld aus und der Gebäudekomplex verfiel zusehends. Ein Glücksfall, dass Park Hill 1997 Denkmalstatus erhielt.

Dreiachsige Grundstruktur
Nach einer ersten Sanierung des nördlichen Riegels 2010/2011 durch Hawkins/Brown haben Whittam Cox Architects den südwestlichen Block restauriert und in ein Wohnheim für Studierende umgestaltet. Dabei gliederten sie den Block in einzelne Townhouses. Die dreiachsige Grundstruktur mit den 3 m breiten Streets in the Sky war dafür wie geschaffen: In Einheiten von jeweils drei Ebenen befinden sich insgesamt acht Schlafzimmer. Sie werden über eine zentrale mittlere Ebene erschlossen, auf der sich auch die große Gemeinschaftsküche befindet. Für alle Townhouse-Einheiten zusammen ist im Erdgeschoss ein großzügiger, halböffentlicher Gemeinschaftsbereich entstanden.

Mosaikplatten als Farbinspiration
Den Architekten war es wichtig, wo immer es möglich war, die originalen Betonelemente, Ziegel und Mörtelfugen zu erhalten. Mosaikplatten, die im Rahmen der Sanierung an der Fassade im Erdgeschoss entdeckt wurden und früher das Markenzeichen eines der vier Pubs in der Siedlung waren, dienten im Außenbereich als Farbinspiration. Das Sonnengelb und Himmelblau der Balkonlaibungen und die scharlachroten, weißen und schwarzen Paneele der Fensterelemente greifen die Farben der Mosaike auf. Diese wurden zurückhaltend ausgebessert und gesäubert an ihrem ursprünglichen Ort belassen.

Rosa Schimmer
Im Inneren war der Beton mit Gipsputz bekleidet. Um ihn zu entfernen und trotzdem die von der Schalung geprägte Betonstruktur zu erhalten, wurden die Flächen nass geschliffen und anschließend klar versiegelt. Eine kleine Menge Gips blieb auf den Betonflächen zurück und hinterließ einen leicht rosa Schimmer. Er harmoniert gut mit den Naturtönen aus Le Corbusiers Polychromie Architecturale, die für die Wandfarbgebung in himmelblau, hallrose und englischgrün tonangebend war.

Mehr dazu in Detail 1/2.2022 und in unserer Datenbank Detail Inspiration.


Weitere Informationen:

Innenarchitektur: Brinkworth
TGA-Planung: Cudalls
Bauunternehmen: Kier Construction

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