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Foto: Thijs Wolzak

Rostrote Bienenwaben: Kinderzentrum in Amsterdam

Im Amsterdamer Norden, präziser dem Viertel Buiksloot, scheint in Sachen Bebauung ein ungeschriebenes Gesetz zu herrschen. Während Wohnbauten durchwegs hohe Blocks sind, gibt es eine miteinander korrespondierende Substruktur an niederen Gebäuden, in denen öffentliche Institutionen untergebracht sind. So auch das »IKC Zeven Zeeën«: Das zweigeschossige Kinderzentrum beherbergt neben einer Grundschule auch eine Kindertagesstätte und einen Treffpunkt für die Eltern.

Schon der Zaun, der das gesamte Areal säumt, ist rostrot – ein prägnanter Farbton, der alles dominiert und harmonisiert. Besonders auffällig sind die Längsfassaden des Kinderzentrums: Ihre vorgefertigten Betonelemente erhalten durch sechseckige Prägungen eine aufregend schuppige Optik, die Assoziationen an Bienenwaben wecken. Komplettiert wird die Außenhülle durch runde Fenster in verschiedenen Größen, mit breiten Holzrahmen. Um vor direktem Licht zu schützen, besitzen die meisten von ihnen einen Sonnenschutz, ebenfalls in Rot, der wie ein Augenlid vor dem Fenster heruntergeklappt wird.

Zentral gelegen, findet man an einer der Längsseiten eine Aussparung, die formal aus der Reihe tanzt: der Spielplatz, in dem die Kinder wohlbehütet herumtoben können. Hier sind die Fassaden mit einer vertikalen Holzlattung versehen, in Kombination mit schlichten, rechteckigen Fenstern.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal stellt das Dach des Baus dar, besser gesagt, die Dächer. Fünf Pultdächer reihen sich wie eine Art Treppe aneinander. Mit Fotovoltaik-Paneelen bedeckt sorgen sie zusätzlich für die Energiezufuhr.

Das Kinderzentrum baut sich ansteigend vor dem Betrachter auf. Zwei weitläufige Treppen, zu beiden Seiten des Haupteinganges, fassen diesen ein und vermitteln eine geborgene Atmosphäre. Im Erdgeschoss gibt es einen zentralen Korridor, der großzügig und hell gestaltet ist. Um selbstständige Einzel- und Gruppenarbeiten zu begünstigen, wählt man eine offene Innenraumgestaltung. Links und rechts des Flurs befinden sich durch Glaswände abgetrennte Räume. Die Oberflächen sind zum Großteil in Holz ausgeführt, dadurch erzielt man einen gemütlichen Charakter mit schallreduzierender Wirkung.

Über die Vermeidung von zu viel direktem Sonnenlicht und natürliche Temperaturregulierung schaffen Moke Architecten obendrein die erste komplett energieneutrale Schule in den Niederlanden. In ihr fühlen sich nicht nur Kinder von 0-12 Jahren, sondern auch deren Eltern wohl.

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Weitere Informationen:

Projektteam: Gianni Cito, P. de Weerd, V. Falconi, N. Leszczynska
Tragwerksplaner: Pieters Bouwtechniek

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