You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Foto: Roberto D'Ambrosio

Rückbesinnung in Costa Rica: Wohnhaus für den Ruhestand

In einer kleinen Siedlung im Norden Costa Ricas, zwischen Ställen, traditionellen Häusern und Zeltbauten gibt es eine Neuheit: Das erste von einem Architekten geplante Haus in der Umgebung wurde gebaut. Jedoch biedert es sich weder an, indem es bemüht Traditionen imitiert, noch wurde ein Glaspalast zwischen die Palmen gesetzt.

Ein staubiger Weg zwischen Palmen hindurch führt zur Casa V. Sind seine Bewohner zu Hause, bekommt der Besucher den Eindruck, einem Marktstand gegenüberzustehen. An allen Seiten kragen Wellbleche weit über den Grundriss des Hauses hinaus. Südlich entsteht dadurch eine Überdachung für das Auto. Im Westen überlagern sich Dach und Sonnensegel sogar. Die Wand lässt sich komplett öffnen, sodass das Erscheinungsbild von den Bedürfnissen der Bewohner abhängt. Die Sonnensegel, die zusätzlich zum Dach Licht abfangen, sind in blau und rot gehalten. Ihre Farbe reflektiert sich in der hellen Unterseite der Dachfläche und taucht so den Bereich darunter in ein warmes, beziehungsweise kühles Licht. So soll die Lichtstimmung am Morgen und am Abend verstärkt werden. Laut Delgado wird so das Aufstehen am Morgen und das zu Bett gehen in Verbindung mit dem natürlichen Kreislauf erleichtert.

Das Dach ist rundherum auf einen Kranz aus Glas aufgeständert. Dank des Vordachs dringt zwar trotzdem kein direktes Sonnenlicht ein, dafür erlaubt diese Finesse das Beobachten des Mondes vom Bett aus, wenn er nur tief genug steht. Vom Schlafzimmer aus gelangt man direkt in das Badezimmer, das sich auf der Hinterseite des Hauses befindet. Auf der Vorderseite sind alle Räume über die Veranda verbunden. Neben dem Schlafzimmer reihen sich auch das Esszimmer und die Küche an ihr auf. Obwohl der Platz in der Casa V begrenzt ist, finden hinter Esszimmer und Küche noch zwei Gästezimmer mit Zugang zu einem weiteren Bad Platz.

Die Wahl von durchlässigen Holzelementen für die aufklappbaren Wände bietet sich beim Klima Costa Ricas an. Der Architekt entwarf sie, inspiriert von dem Lichteinfall durch die Spalten alter Holzplanken. In geschlossenem Zustand vermitteln sie ein hohes Maß an Sicherheit. Das Dämmerlicht in den Räumen unterscheidet sich stark von den lichtdurchfluteten Bauten, die zur gleichen Zeit entstehen.

Die Casa V spiegelt in höchstem Maße die Bedürfnisse seiner Bewohner wieder, ohne sie einer architektonischen Vision unterzuordnen.

Kurze Werbepause

weitere Informationen:

Mitarbeiter: Ma. Fernanda Matamoros, Cristian Alvarez, Carlos Jiménez

Aktuelles Heft
DETAIL 11/2018
DETAIL 11/2018, Licht und Raum

Licht und Raum

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.