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Sächsischer Landtag (1996)


Der Fall der Mauer im November 1989, der schließlich zur Deutschen Einheit führte ist Anlass für zahlreiche Feiern und Aktionen, insbesondere in Berlin. Es ist aber auch ein Anlass zurückzublicken, den Wandel der ehemaligen DDR und den damit verbundenen Aufbau Ost genau unter die Lupe zu nehmen. Wie dieser sich in architektonischer Hinsicht manifestiert, zeigt DETAIL in einer Reihe, in der die herausragenden, aber auch einige der kleinen, doch beispielhaften Gebäude der letzten 20 Jahre im Osten Deutschlands vorgestellt werden.

Folge 1

Architekt: Peter Kulka, Dresden

Der Sächsische Landtag ist einer der ersten bedeutenden Nachwendebauten. Er wurde 1994, nur zwei Jahre nach Planungsbeginn, fertig gestellt. Wesentliche Entwurfselemente waren Offenheit und Transparenz als Symbol für Bürgernähe und Demokratie. Weil die Zeit drängte, wurde der Bau in Stahl ausgeführt, der den Baustellenbetrieb auch im Winter erlaubte. Der Stahlbau sitzt auf einen Sockel aus Beton, der mit Edelstahlgittern bekleidet ist und etwa zwei Meter über den Elbterrassen liegt. Die Sockelhöhe ergab sich aus dem angrenzenden Altbau – ein Glück, denn somit hielt das Gebäude dem Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002 stand. Zwar stand das Wasser im Untergeschoss bis 10 cm unter der Decke, über dem der Plenarsaal liegt. Dieser blieb aber vom Wasser verschont. Vom Saal aus bietet sich ein herrlicher Blick auf den großen Elbbogen und die Brücken. Auch der Haupteingang mit öffentlichem Foyer und Restaurant orientieren sich zum Wasser. Funktionsräume der Fraktionen und des Landtagspräsidenten befinden sich in den elbabgewandten Flügeln.

Das Gebäude genießt in Dresden ein hohes Ansehen. Parlamentarier und Bürger haben es angenommen, das Bürgerforum mit ständigen Ausstellungen und das Café mit der Terrasse auf dem Dach sind gut besucht. Obwohl der Bau am Anfang stark bekämpft wurde, ist er in die Stadt eingewachsen und zu einem politischen Signal und Symbol für die Wende geworden.

Sächsischer Landtag, Peter Kulka, Dresden
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DETAIL 11/2018, Licht und Raum

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