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Rigips, Saint Gobain, Schallschutz

Schräge Decken, anspruchsvolle Akustik

Der von kadawittfeldarchitektur geplante, zweigeschossige Neubau für die RAG-Stiftung und RAG Aktiengesellschaft besteht aus zwei Gebäudeflügeln. Gemeinschaftlich genutzte Einrichtungen wie das Foyer, Konferenz- und Tagungsräume sowie die Kantine befinden sich zentral im „Gelenk“ beider Gebäudeflügel. Planung und Umsetzung des Neubaus mit rund 9.400 Quadratmetern Bruttogeschossfläche erfolgten nach den Kriterien der DGNB und dem „Cradle-to-Cradle“-Prinzip.

In Arbeitsbereichen mit besonders hohen Schallschutzvorgaben von bis zu Rw = 64 dB errichtete die mit dem Ausbau beauftragte J.Brinkmann Bauunternehmung Schallschutzwände (Rigips-System MW12DH) mit Wandhöhen von bis zu 5,50 m. Die 100 bis 125 mm starken Metallständerwände wurden beidseitig zweilagig mit Hartgipsplatten Rigips Die Harte (2 x 12,5 mm) beplankt. Dabei befand sich ein Großteil der rund 1.400 Quadratmeter großen Wandflächen unterhalb von schrägen Rohdeckenverläufen mit zum Teil unterschiedlichen Steigungswinkeln. Auf Grund der begehbaren Dachgärten und der zu erwartenden Deckenauflasten sowie Durchbiegungen erhielten weite Teile der Wände gleitende Deckenanschlüsse, die nicht zulasten der Schallschutzeigenschaften dieser Wände gehen durften. Für alle TGA-Einbauten und Durchgänge wurden spezielle Schallschotts aus teilweise umlaufend doppellagig beplankte Laibungen innerhalb der Trockenbauwände realisiert.

Ein Großteil des Gebäudes hat variable Grundrisse und Open-Space-Arbeitsbereiche. Um die Flexibilität hinsichtlich veränderbarer Raumkonzepte zu gewährleisten, wurden Bürowände nicht bis unter die eigentliche Rohdecke montiert, sondern unterhalb von speziellen Deckenschürzen angeordnet. So können die bestehenden Wandkonstruktionen bei später gewünschten Nutzungsänderungen relativ unkompliziert demontiert werden. Darüber hinaus wurden mittels nochmals verstärkter Deckenschürzen Möglichkeiten geschaffen, um variable Glastrennwandsysteme zu integrieren. Sie sorgen für großzügige und lichtdurchflutete Arbeitsplätze und Konferenzräume.

Die schrägen Deckenverläufe stellten an mehreren Stellen eine Herausforderung an den Innenausbau dar. Im Kantinenbereich war eine in drei Richtungen ansteigende Deckenkonstruktion geplant. Die abgehängte, circa 275 Quadratmeter große und teils ebenfalls schrägverlaufende Akustikdeckenfläche wurde mit Rigitone Activ’Air Lochplatten (6/18 R) inklusive einer vollflächigen Akustikdämmauflage ausgeführt. Um die sichtbare Struktur der Deckenfläche beizubehalten, wurde die Entlüftung des gesamten Kantinenbereiches über das Deckensystem mithilfe einer umlaufenden Abluftfuge realisiert. Den optischen Abschluss bilden freihängende Deckenleuchten mit einem Durchmesser zwischen 950 und 1.250 mm, die ohne Kontakt zur Akustikdecke montiert wurden. Eine um die Deckenleuchten umlaufende Schattenfuge wurde mit speziell angefertigten Kreisformteilen ausgebildet. Da Teile der Kantine auch als Veranstaltungsraum nutzbar sein sollten, mussten neben medientechnischen Deckeneinbauten zum Beispiel für Beamer und Leinwände auch ein schallentkoppeltes Trennwandsystem eingebaut werden.

Ein ebenfalls multifunktional nutzbarer Konferenzraum befindet sich zentral im Gebäude unterhalb der Treppenanlage, die zu den Dachgärten führt. Die Raumdecke folgt dem ansteigenden Verlauf der Treppe, sodass die Raumhöhe an der niedrigsten Stelle 2,80 m, an der höchsten Stelle mehr als 7,50 m beträgt. Die eingebaute Rigitone Activ’Air Akustikdecke folgt dem ansteigenden Verlauf in einem Winkel von circa 25 Grad. Darüber hinaus wurde der Raum mittels einer hochschalldämmenden Wand in zwei separate Konferenzräume unterteilt. Beide Räume werden vom Flur aus durch eine vom Deckenbereich schallentkoppelte Glastrennwand begrenzt. 

Besondere Anforderungen mussten auch in den Küchenbereichen erfüllt werden. Für sie wurde gemeinsam mit den Architekten und den beteiligten Rigips-Technikern ein spezielles Korrosionskonzept erarbeitet. Da während des Betriebs, besonders im Bereich der Koch- und Spülstation, mit einer überdurchschnittlich hohen Feuchtigkeitsbelastung zu rechnen ist, fiel die Wahl auf ein Wandsystem der Beanspruchungsklasse C5. Die entsprechend korrosionsgeschützten Rigips-Profile wurden hierfür zweilagig mit zementgebundenen Platten beplankt.

https://www.rigips.de/

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