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Sanierung: Moderner Fußboden für eine hochwassergefährdete Kirche

Das in der sächsischen Kleinstadt Ostritz gelegene barocke Klosterstift St. Marienthal wurde 1234 gegründet und ist das älteste ununterbrochen bestehende Frauenkloster des Zisterzienserordens in Deutschland. Kennzeichnend für das Klosterstift ist seine Lage direkt an der Lausitzer Neiße, die halbkreisförmig den Komplex umfließt und die Grenze zu Polen markiert. Bei dem verheerenden Hochwasser im August 2010 wurde das gesamte Gelände innerhalb kürzester Zeit bis über 2 m Höhe überflutet und mit jeder Menge Schlamm und Geröll zugesetzt.

Am stärksten waren die Schäden in der Klosterkirche. Das Bauwerk sowie die denkmalgeschützte hölzerne Inneneinrichtung waren über Stunden dem Wasser ausgesetzt. Stark in Mitleidenschaft gezogen wurde auch der aus Sandsteinplatten und Erdreich bestehende Kirchenboden im Gemeindebereich. Durch Unterspülungen war der historische Plattenbelag geschädigt, manche Platten waren verkantet und es gab Fugenausspülungen. Hier galt es, die Bauwerksohle unter Einbindung denkmalpflegerischer und archäologischer Aspekte neu aufzubauen. Die noch erhaltenen Bodenplatten wurden für ihre Wiederverwendung kartiert und ausgebaut. Da der Unterbau durch Ausspülungen stark geschädigt wurde, musste er bis in eine Tiefe von 40 cm entfernt werden.

Der neue Fußbodenaufbau wurde in einer diffusionsoffenen Bauweise erstellt. Folgende Materialfolge wurde gewählt: Geotextilie, kapillarbrechender Kies, trasszementgebundener Liapor-Leichtbeton und darauf die erhaltenen Sandsteinplatten in Kalkmörtel. Im erneuten Schadensfall kann Hochwasser oder in den Untergrund drückendes Grundwasser wieder abtrocknen. Feuchtigkeit kann somit nicht im Fußbodenaufbau eingeschlossen werden. Die Schüttung wirkt wie ein haufwerksporiger Leichtbeton. Auftretendes Wasser kann problemlos in die kleinen Zwickel zwischen den Blähtonkugeln eindringen und dort verbleiben, bis der Wasserspiegel wieder sinkt.

Auch unter lang anhaltender Wassereinwirkung kommt es zu keinerlei stabilitätsmindernden Quellungen oder Setzungen. Auf dem rund 220 m2 großen Kirchenboden wurden rund 67 m3 trasszementgebundene Liapor-Schüttung aufgebracht, bestehend aus »Liapor-Rundkugeln 4/8«. Nach vierjähriger Renovierung konnte die Kirche zu ihrem 780-jährigem Bestehen wieder eröffnet werden.

Weitere Informationen: Liapor GmbH, Hallerndorf-Pautzfeld

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 4/2016
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