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Sanierung und optische Aufwertung eines Plattenbaus

Wohnriegel »Tchécoslovaquie« in Malakoff
Alle Fotos: Hersteller

Der Wohnriegel »Tchécoslovaquie« in Malakoff, einem Stadtteil von Nantes, ist ein typischer Plattenbau aus den 1970er Jahren. Die lange und gebogene Form des Riegels brachte ihm bei den Bewohnern schnell den Spitznamen »Banane« ein. Seine umfassende Sanierung zeigt, dass sich auch mit Bestandsgebäuden in Plattenbauweise aktuelle Wohnstandards verwirklichen lassen. Eine Außenhaut aus »Titanzink« bietet nun Schutz für die Wärmedämmung und verleiht dem Riegel Lebendigkeit und ein modernes Aussehen.

Für die Architekten des Pariser Büros Nomade Architectes stellte sich die Aufgabe neben einem gesteigerten Wärmeschutz dem Wohnriegel ein vollkommen neues Gesicht zu geben, ohne in die tragende Betonstruktur einzugreifen. Nomade Architectes wählte einen Ansatz, der eine völlig neue Sichtweise auf das ursprüngliche Gebäude erlaubte, dieses jedoch nicht verleugnete. Da es nicht möglich war, das massive Erscheinungsbild des Gebäudes zu verbergen, nutzten die Architekten eine Außenhaut aus Titanzink von VM Zinc, um das Volumen zu animieren und von der Wuchtigkeit abzulenken. Hierzu setzten sie auf eine Reihe von besonderen Detaillösungen: ein Großteil der Zink-Elemente für die Außenhaut wurde schräg zugeschnitten, sodass sich eine von der Horizontalen abweichende Linienführung ergab. Zusätzlich lockern verschiedene Achsmaße der eingesetzten Zink-scharen das Gesamtbild ebenso auf, wie der Wechsel zwischen zwei vorbewitterten Oberflächenqualitäten. Die Architekten entschieden sich mit Quartz-Zinc und Pigmento grün für eine Farbkombination aus samtgrauen und grünen Tönen, weil diese ihrer Meinung nach harmonisch zusammenwirken und Spannung erzeugen, ohne dabei unruhig zu erscheinen. Zusätzlich setzen einzelne Fensterlaibungen in leuchtendem Rot-Orange deutliche Farbakzente. Diese unterschiedlichen Faktoren wirken Hand in Hand und beleben die Gebäudestruktur im Laufe des Tages durch ein Licht-und-Schattenspiel.

Für den Betrachter folgen die Linienführung, die Anordnung der Zinkscharen oder der Wechsel der Farbtöne keinem sofort ersichtlichen Muster. Dennoch ergibt sich aus dem am Computer berechneten Zusammenspiel ein stimmiges Gesamtbild. Aus der Arbeit mit diesen Variationsmöglichkeiten hat Nomade Architectes eine passende Antwort auf die Herausforderungen entwickelt, die die Sanierung eines Plattenbaus stellt. Damit gingen sie einen ganz speziellen Weg, denn Titanzinkfassaden in dieser Größenordnung sind bisher noch Neuland. Mit 100 m Länge bietet der Wohnriegel Platz für 176 Wohnungen auf insgesamt 10 Stockwerken – nun allerdings mit verbesserter Lebensqualität. Weitere Informationen:  Umicore Bausysteme GmbH

Wohnriegel »Tchécoslovaquie« in Malakoff
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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2015

Massive Bauten

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