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Konferenzzentrum in Malmö

Schimmernde Keramikfassade unterstützt das Konzept der »Stadt in der Stadt«

Der vielfältige und zukunftsweisende Gebäudekomplex mit dem Namen »Malmö Live« nimmt die Proportionen und Einflüsse der Umgebung auf. Die Architekten gliederten das große Gebäudevolumen in einzelne Bauten auf und ordneten diese gestaffelt und versetzt zueinander an. Um Malmö Live in die historische Umgebung einzufügen, entschieden sich Schmidt Hammer Lassen Architekten bereits früh im Entwurfsprozess für eine keramische Fassade. Die Entwicklung der drei kräftigen Farbtöne für die verschiedenen Bauten entstand in enger Zusammenarbeit zwischen den Architekten und Moeding. So entstanden ein roter, ein gelber und ein weißer Ziegel mit transluzenter Glasur, welche die typische Farb-Palette Malmös aufnehmen und dem repräsentativen Gebäude eine festliche und glänzende Wirkung verleihen. Die leichten Farbnuancen entstehen durch eine geschälte Plattenoberfläche und eine farbliche changierende Glasur. Je nach Witterung, Lichtstimmung und Jahreszeit erscheint die Fassade in stets neuen Tönen. Auch beim näheren Herankommen verändert sich das Erscheinungsbild der Gebäude: von der Ferne zeigt sich durch die horizontal versetzte Anordnung der Ziegelplatten eine flächigere Wirkung. Die vertikalen Fugen laufen hingegen durch, ihre Wirkung wird durch Scheinfugen noch verstärkt, was man beim Näherkommen stärker bemerkt. An die genaue Gestaltung der Ziegelplatten, die speziell für dieses Projekt gefertigt wurden, tasteten sich die Architekten in 1:1-Modellen heran. Ihre dreidimensionale Oberfläche mit zwei »Dächern« vermittelt ein lebendiges Fassadenbild, dessen Schattenwurf und Farbgebung sich mit dem Lauf der Sonne wandelt.

Das Format der Ziegelplatten mit einer Höhe von 875 mm und einer Breite von 140 mm erinnert an traditionelle Ziegelformate und stellt so wiederum einen Bezug zur Geschichte her. Die Ziegelplatten wurden im Werk von Moeding im bayrischen Marklkofen mit geringsten Toleranzen gefertigt und glasiert. Gemeinsam mit den Plattenhaltern und Fugenprofilen ergeben sie ein komplettes System. Anschließend wurden alle Systemkomponenten gemeinsam nach Tschechien geliefert. Dort wurden daraus im regionalen Werk des Bauunternehmens Skanska, das an Malmö Live auch als Investor beteiligt war, komplette Fassadenelemente gefertigt, die anschließend nach Malmö transportiert wurden. Durch den hohen Grad der witterungsunabhängigen Vorfertigung konnte eine rasche Montage vor Ort gewährleitet werden.

Wichtig war den Architekten, ein in alle Richtungen offenes Gebäudeensemble zu schaffen und wie eine »Stadt in der Stadt« als Erweiterung des Stadtraums dient. Das 20 m hohe Foyer verbindet die drei Gebäude sowie den Stadt- mit dem Innenraum miteinander und ist für Passanten frei zugänglich. An den Wänden finden sich die gleichen keramischen Elemente wie an der Außenfassade, und derselbe Bodenbelag wie auf dem Vorplatz. Durch zahlreiche Winkel und kleine Räume wirkt der Eingangsbereich wie eine mittelalterliche Stadt. Von hier aus erhält man Zugang zum Hotel, zu vier Restaurants, zum Kongresszentrum, sowie zu den Konzertsälen. Weitere Informationen: Moeding Keramikfassaden GmbH, Marklkofen

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 11/2015
Umnutzung, Ergänzung, Sanierung

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