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Schimmernder Kubus: Hörsaalgebäude in Garching

Fotos: Frank Kaltenbach

Neben den Forschungs- und Universitätsbauten des weitläufigen Campus der Technischen Universität München in Garching wirkt das schwarze Hörsaalgebäude wohl­tuend zurückhaltend. Die hohe Anzahl der Studenten des doppelten Abiturientenjahrgangs 2010 erforderte die zusätzlichen, auf sechs Jahre ausgelegten Vorlesungsräume. Trotz des niedrigen Budgets und der kurzen Bauzeit entstand ein eleganter Kubus, der von den Licht- und Schattenspielen auf der wellenförmigen Fassade lebt.

Architekten: Deubzer König + Rimmel Architekten, München
Standort: Campus Garching, Boltzmannstraße 3, 85749 Garching

Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten Gesamtansicht
Im Inneren des Kubus verbergen sich zwei Hörsäle mit 479 und 288 Plätzen, getrennt durch einen schmalen Flur, der durch die glänzende schwarze ­Farbe der Wände und die Beleuchtung eine effektvoll spiegelnde Atmosphäre erhält. Er erschließt im Erdgeschoss die Säle, während zwei symmetrisch am ebenerdigen ­Foyer platzierte Treppen zu den oberen Sitzreihen führen. Dort erlaubt ein Fensterband den Blick über den Campus.
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Der Weg zum Gebäude
Von weitem lässt sich die gewellte Fassade des schlichten Baukörpers nur erahnen.
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Fassadendetail
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Eckdetail
Die plastische Ausformung der Fassade ­erreichen die Architekten mit einfachen ­Mitteln: Wellenförmig geschnittene Sperrholzplatten sind vertikal auf die Holzrahmen montiert und nehmen die fünf Meter langen, nur 22 Millimeter starken Fassadenlatten auf, die elastisch genug sind, um unter Druck über Hoch-, Mittel- und Tiefpunkt die Wellenform auszubilden. Dank der schwarzen Lasur der sägerauen Fichtenholzverkleidung wird die Fassade an allen vier Seiten relativ gleichmäßig verwittern und bis zum Abbau im Sonnenlicht schimmern.
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Eckdetail
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Anschluss an ebene Verglasung
Je nach Blickwinkel und Sonnenstand treten die Wellen deutlich oder fast unsichtbar hervor. Im Anschluss an die ebenen Verglasungen sind die Bewegungen an deutlichsten.
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, gläserne Öffnungen
Im Obergeschoss ist der Baukörper im Flur vor den zwei Hörsälen als horizontales Fensterband ausgeschnitten. Im Erdgeschoss gibt es vier gläserne Öffnungen: den Haupteingang zum Foyer, die seitlichen Ausgänge der Hörsäle als Fluchtwege und die Glastür am Ende des Zwischengangs zwischen den Hörsälen.
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Foyer
Das Foyer ist der Verteilerraum der Erschließung: links und rechts führen Treppen hoch zur Galerie vor den Hörsälen, geradeaus gelangen die Referenten ebenerdig zum Pult.
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Aufgang zur Galerie
Aufgang vom Foyer zur Galerie im ersten OG.
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Blick über den Campus
Galerie mit Blick über den Campus. Von hier erreicht
man die obere Ebene der Hörsäle.
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Studentenperspektive
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Blick in den Hörsaal
In den Hörsälen betonen rohe OSB-Platten an den Wänden, Holzfaserplatten an der Decke und sichtbar belassene Brettschichtholzträger den Interimscharakter. Im Kontrast dazu steht die edle schwarze Ausstattung und Bestuhlung mit prägnanter Sitznummerierung. Die tragende Holzskelettkonstruktion basiert auf einem Raster von 2,5 Metern, ausgefacht mit Holzrahmenelementen. Gipsfaserplatten im Foyer, unter den Sälen und im Flur sorgen für den erforderlichen Brandschutz. Von beiden Hör­sälen führen Fluchttüren direkt ins Freie.
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Blick in den Hörsaal
Spiegelung und Durchblick: Über den Mittelflur hinweg gibt es Blickbeziehungen zwischen beiden Hörsälen.
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Blick durch den Hörsaal ins Freie
Blick vom Mittelflur durch den Hörsaal ins Freie.
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Ende des Mittelflurs
Am Ende des Mittelflur gelangt man auf beiden Seiten zur unteren Ebene je eines Hörsaals.
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Glastür
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Glastür
Glastür am Ende des Mittelflurs
Hörsaalgebäude der TU München in Garching, Deubzer König + Rimmel Architekten, Fluchtausgang
Einer der zwei Fluchtausgänge der Hörsäle.

Bauherr: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst vertreten durch Staatliches Bauamt München II

Architekten: Deubzer König + Rimmel Architekten GmbH
Projektleiter: Maximilian Rimmel
Mitarbeiter: Jan Pietraszewski

Tragwerksplaner (Entwurf): Bauart Konstruktions GmbH & Co KG
Tragwerksplaner (Ausführungsplanung): Klumpp Konstruktion
Projektsteuerung: IMP Ingenieure GmbH
Brandschutz: Bauart Konstruktions GmbH & Co KG
Akustikplanung: Ingenieurbüro Prof. Dr. Hauser GmbH
Haustechnik: Ingenieurbüro Roman Albrecht GmbH
Holzbau: Holzbau Merkle GmbH

Eine ausführliche Print-Dokumentation zum Projekt lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe DETAIL 2013/10 zum Thema »Temporäre Bauten«.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 10/2013

Temporäre Bauten

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