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Schimmerndes Flechtwerk: Museumserweiterung von Graber Pulver

Im Quartier des Bains, Genfs lebhaftem Kunstviertel, zieht ein expressiver Baukörper mit steil aufragendem Dach und schimmerndem Rautenmuster die Blicke auf sich – der Erweiterungsbau des Musée d’ethnographie de Genève wird am 31.Oktober 2014 eröffnet. Das markante Gebäude von Graber Pulver Architekten schafft eine starke Präsenz für das MEG. Durch den Erweiterungsbau präsentiert sich das Museum zeitgemäß und mit erweitertem kulturellem Angebot.

Architekten: Graber Pulver, Zürich
Standort: MEG - Musée d'ethnographie de Genève, Boulevard Carl-Vogt 65-67, CH–1205 Genf
Eröffnung: Freitag, 31. Oktober 2014

Graber Pulver, Museum, Genf
Foto: MEG, B. Glauser

Den Wettbewerb 2008 gewannen Graber Pulver Architekten mit einem spitz aufragenden Baukörper unter einer schimmernden Hülle aus diagonal verlaufenden Metallstreifen. Die archetypische Dachform und das rautenförmige Muster lassen an eine traditionelle Hütte aus Flechtwerk denken. Konstruktion und Materialwahl - Stahlbeton, Glas, eloxierte Aluminiumpaneele - hingegen sind dezidiert modern.

Graber Pulver, Museum, Genf
Foto: Claudia Fuchs

Das Museum mit einer der größten völkerkundlichen Sammlungen der Schweiz war lange Zeit in den beengten räumlichen Verhältnissen eines Schulgebäudes untergebracht. Während im sanierten Altbau nun Verwaltung, wissenschaftliche Bereiche und Werkstätten organisiert sind, bietet der Neubau eine viermal größere Ausstellungsfläche sowie genügend Raum für das facettenreiche Museumsprogramm. Dabei befindet sich ein Großteil der Räume unterhalb des neu gestalteten Platzes zwischen Alt- und Neubau. Lediglich der spitz zulaufende Baukörper mit dem großen Vordach ragt oberirdisch hervor.

Graber Pulver, Museum, Genf
Foto: Nicole Zermatten/Ville de Genève
Grundriss Erdgeschoss mit Erweiterungsbau (links) und Bestandsgebäude (oben), Grafik: Graber Pulver Architekten
Schnitt, Grafik: Graber Pulver Architekten

Das immer wiederkehrende Motiv der Rautenformen begleitet den Besucher durch das gesamte Gebäude. Durch eine dreieckige Glasöffnung im Vordach blickt man auf die steil aufragende Dachfläche. Gleichzeitig verläuft das Flechtmuster als durchgehende Deckenuntersicht vom Vordach in den Innenraum und erzeugt so einen optischen fließenden Übergang zum Vorplatz.

Graber Pulver, Museum, Genf
Foto: Claudia Fuchs
Graber Pulver, Museum, Genf
Foto: Nicole Zermatten/Ville de Genève
Foto: MEG, B. Glauser

In dem spitzen Dachgeschoss befindet sich die Mediathek mit Fachbüchern und Zeitschriften sowie Film- und Tondokumenten aus aller Welt. Das eindrucksvolle Raumvolumen und die rautenförmige Glaselemente in der Betondachfläche erzeugen eine besondere Lichtstimmung und eine kontemplative Atmosphäre.

Graber Pulver, Museum, Genf
Foto: Nicole Zermatten/Ville de Genève
Graber Pulver, Museum, Genf
Foto: MEG, B. Glauser

Der Weg zu den unterirdischen Ausstellungsräumen wird durch kontrastreich gestaltete Erschließungswege inszeniert. Eine großzügige Treppe führt zum Veranstaltungssaal und den beiden Seminarräumen, eine schmalere einläufige Treppe schließlich zu dem Ausstellungsbereich im zweiten Untergeschoss.

Graber Pulver, Museum, Genf
Foto: MEG, B. Glauser

Die Ausstellungsräume im zweiten Untergeschoss - ohne jeglichen Bezug zum Tageslicht -  sind konsequent als »Black Box« gestaltet, mit schwarzer Wandverkleidung und offener Deckenuntersicht. Im Saal der Dauerausstellung tritt der Raum in den Hintergrund: Exponate in großen Glasvitrinen treten durch die Lichtinszenierung eindrucksvoll aus dem dunklen Raum hervor. Die Szenografie gestaltete Atelier Brückner aus Stuttgart. Ein zweiter Bereich der Ausstellungsfläche widmet sich Sonderausstellungen und wird jeweils neu bespielt.

Graber Pulver, Museum, Genf
Foto: MEG - Atelier Brückner, Daniel Stauch

Projektdaten:

Bauherr:
Ville de Genève, Département des Constructions et de l’aménagement
Bauingenieur:
Weber + Brönnimann AG, Bern
Landschaftsarchitekt:
Hager Partner AG
Sicherheitsberater:
Protectas SA, Le Grand-Saconnex
Gebäudetechnik:
Tecnoservice Betelec SA, Freiburg
Umsetzung:
ACAU atelier coopératif d'architecture et d'urbanisme, Genf
Rendering:
Architron, Zürich
Mitarbeiter:
Douwe Wieers (Projektleiter), Manuel Frey und Jonas Ringli (Wettbewerb), Raphaël Dunant, Dominique Gross, Miyuki Inoue, Arthur Kaiser, Simon Orga, Thais Ribeiro, Jonas Ringli, Sabrina Röder, Katrin Urwyler

 

Einen ausführlichen Bericht zum Thema finden Sie in unserer Ausgabe
DETAIL 2014/12.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 12/2014

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